Ein Denkmal des Sterbens: Warum Peter Beards Klassiker uns heute noch schockiert
Peter Beards „The End of the Game“ ist eine verstörende, hochaktuelle Collage über das grausame Massensterben von Afrikas Wildtieren
Peter Beards „The End of the Game“ ist kein schönes Buch. Das will es auch nicht sein. Es ist ein verstörendes Buch.
Mehr als zwanzig Jahre lang dokumentierte der US-amerikanische Fotograf (1938–2020) das grausame Massensterben von Elefanten, Nashörnern Flusspferden und weiteren Tieren in Ostafrika. Jetzt wird das Fotobuch neu aufgelegt. Das Werk ist eine fast fieberhafte Collage: Beard wirft eigene Fotografien, Tagebucheinträge, historische Dokumente und Zitate zusammen. Skelette im Staub und verhungernde Elefantenherden; Beard zeigt auch Entdecker, Missionare und Großwildjäger wie Theodore Roosevelt oder Karen Blixen.
Und was diese „Entdecker“ angerichtet haben. Viele von ihnen kamen als „Botschafter des Fortschritts“ und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Die Einrichtung von Nationalparks wie dem Tsavo-Park in Kenia etwa sollte die Tiere schützen. Doch das Gegenteil passierte. Durch die Zäune und Grenzen wurden die natürlichen Wanderrouten der Elefanten abgeschnitten. Die Tiere saßen in der Falle. Sie fraßen die Parks kahl und verhungerten zu Zehntausenden.


Beard entlarvt damit eine Hybris: Oft ist es unsere gut gemeinte Einmischung, die das Sterben erst beschleunigt.
- TASCHEN
- Peter Beard. The End of the Game
- Hardcover im Schuber, 24.5 x 27.2 cm, 1.63 kg, 304 Seiten
- EUR 80