Ray Davies wärmt wieder alte Kamellen auf


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Einen großen wie reichen Backkatalog zu haben, ist für viele Großkaliber im Musikbusiness Fluch und Segen zugleich. Ray Davies macht da keine Ausnahme, stellte er doch jüngst sein zweites Album mit Kinks-Klassikern fertig. „Es ist immer die beste Prüfung für einen Song, wenn man ihn auf verschiedene Weise spielt“, sagt Davies im Rolling-Stone-Interview. Nur hat er diesen Song schon ein paar Mal zu oft gespielt. Auf „See My Friends“ stampfen die Herren Metallica „You Really Got Me“ zu einer Grunz-Hymne ein, trällert sich Amy Macdonald lieblich durch die „Dead End Street“ und Bruce Springsteen fleht um „Better Days“. Ob die kommen werden, bleibt bei einer solch kruden Schändung von hoher Liedkunst mindestens fraglich. Besser wird es erst mit Lucinda Williams und Jackson Browne. „Lucinda war wirklich wundervoll. Nach den Aufnahmen haben alle das Studio mit einem guten Gefühl verlassen“, berichtet Davies. Das zu glauben fällt nach dem Anhören von „See My Friends“ reichlich schwer. Hoffnung und Trost für alte Kinks-Bewunderer gibt es dennoch: „Ich habe jetzt dieses Album fertig gestellt, nun möchte ich neue Songs schreiben“, so Davies.

Das komplette Interview mit Ray Davies über sein neues Album, seine Freundschaft zu Alex Chilton und die politische Lage seines Heimatlandes wird in der November-Ausgabe des Rolling Stone erscheinen.

Ausschnitt aus den Aufnahmen zu „You Really Got Me“ mit Metallica:

Und die Chorversionen von „Waterloo Sunset“ und „Days“ beim Glastonbury Festival 2010: