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Reeperbahn Festival startet: Die Empfehlungen des Hauses


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Das Reeperbahn Festival ist bekanntlich ein Showcase Festival. Soll heißen: Die Foo Fighters und Coldplay wird man hier nicht finden, dafür aber eine gelungene Mischungen aus Hamburger Eigengewächsen, internationalen Newcomern mit guten Zukunftschancen und den heiß gehandelten Hype-Namen diesen Jahres. Wir werden am Montag ausführlich vom Festival berichten – mit Bildern und Nachbericht und allem. Hier die Empfehlungen der anwesenden Redakteure für jeden Tag:

Donnerstag: 22.09.2011

S.C.U.M. (22:30 – 23:15 Molotov)
Die jungen Briten der Society For Cutting Up Men – kurz S.C.U.M. – haben sich nach dem berühmten Manifest von Valerie Jean Solanas benannt, die ja leider eher durch ihr versuchtes Attentat auf Andy Warhol bekannt wurde. Wer an diesem Abend Riot Grrrl-Kampfansagen erwartet, ist allerdings auf dem Holzweg. S.C.U.M. wildern eher in den neuromantischen 80ern, haben viel Joy Division gehört und verpassen dem bewehrten Sound einen zeitgemäßen Anstrich. Klingt ihr Debüt „Again Into Eyes“ noch zu sehr nach zu großen Vorbildern, geraten ihre Live-Shows zu einer eindrucksvollen Angelegenheit. Laut, lärmend, aggressiv, konsequent im Laserflackerfeuer stehend, singt sich Thomas Cohen die Seele aus dem Leib, während er manisch mit den Händen wirbelt. Wie er es schafft, dabei nicht seinen Hut zu verlieren, muss er uns beizeiten noch verraten. Keyboarder Samuel Kilcoyne ist übrigens auch eine verdammt interessante Person. Er ist der Sohn des Add N To X-Members Barry 7 und hat vor ein paar Jahren mit seiner Underage-Clubnight und dem Festival dazu die Londoner Live-Szene aufgemischt. (Daniel Koch)

Miss Li (21:30 – 22:45 Docks)
Nach zwei Jahren krankheitsbedingter Pause geht es Miss Li wieder gut. Und ihrem fünften Album Beats & Bruises, hat die Erholungsphase gutgetan. Der Rock-Pop-Jazz Mix ist ernst und ausgelassen zugleich. Wer diese Frau auf das langsame „Don’t try to fool me“ aus der Serie Greys Anatomy reduziert ist selbst schuld. Miss Li und ihre Band garantieren einen abwechslungsreichen Abend. Ein Trompeter, Saxophonist und ein Mann am Kontrabass bedienen alles: von Rockabilly über Jazz zum Pop. Ernste Texte und ausgelassene Melodien: Miss Li macht Spaß auf höchstem Niveau. (Lena Ackermann)

Freitag: 23.09.2011

The Jezabels (23:55 – 01:05 Uebel & Gefährlich)
Montagabend in Berlin, Kreuzberg, Kottbusser Tor. Kaum verlässt man die U-Bahnstation fragen alte Männer mit Bärten und junge Frauen mit Jutebeuteln, ob man noch Karten hätte. Vor dem Festsaal Kreuzberg dann eine riesige Meute, die nur wenig später jedes Lied einer Band mitsingen wird, die eigentlich erst im Frühjahr nächsten Jahres ihr Debüt „Prisoner“ veröffentlicht. Schuld an diesem Auflauf waren die Jezabels aus Australien, die so was wie der Hype der Stunde sind und momentan ihre ersten Europabesuche absolvieren. Musikalisch von einem Kollegen recht passend als „Cranberries in gut“ beschrieben, wird ihr Auftritt im Uebel & Gefährlich einer jener sein, bei denen das Publikum in langen Schlangen um Einlass bangen wird. (Daniel Koch)

Cloud Control (21:50 – 22:50 Knust)
Gute Vibes versprechen Cloud Control, die psychedelischen Australiern. Dass es nicht immer funktioniert mit der Kontrolle, haben die vier auf dem Hurricane-Festival erlebt. Ihr Konzert musste wegen Unwetter abgebrochen werden. Im Knust wird das sicher nicht passieren. Die vier Australier haben Zuhause mit „Bliss Release“, ihrem ersten Studio Album, schon jede Menge Preise eingeheimst. Wer jetzt noch eine ordentliche Portion Sommer gebrauchen kann, ist bei Cloud Control genau richtig.(Lena Ackermann)


Samstag: 24.09.2011

Let’s Wrestle (20 Uhr bis 20.45 Uhr Pooca Bar)
Da Dinosaur Jr. in diesem Jahr nicht schon wieder auf dem Festival spielen können, haben wir hier eine gute Ersatzdroge. Let’s Wrestle sind mit Leib und Seele 90er-Schrammel, bringen aber die nötige Selbstironie mit, damit das ganze nicht zu nostalgisch gerät. „No matter how many records I buy / I can’t fill this void“, singen sie zum Beispiel im Wissen um den eigenen Nerd-Status. Wer die oben genannten Helden mag, oder die jüngeren Schrammler und Schreddler wie Wavves, der sollte sich diesen frühen Gig nicht nehmen lassen… (Daniel Koch)

MiMi (22:30 – 23:30 Knust)
Die Westernhagentochter MiMi beehrt das Knust. Sie hat dieses Jahr schon einiges von sich hören lassen. Einen ihrer Songs hat sie auf dem Twilight-Soundtrack untergebracht, für den Playboy (und für uns) hat sie sich ausgezogen und für diverse Designer gemodelt. Mimi Westernhagen sieht aber nicht nur gut aus, sie kann auch performen. Ihr Debutalbum „Road To Last Night“ ist eine solide Mischung aus Folk und Elektro und durchaus hörenswert. (Lena Ackermann)


Zum 50. Jahrestag des Mauerbau: Hallo, ist da wer?

Gegen die Wand: Am 13. August 1961 begann der Bau der Berliner Mauer. Seit 1989 ist sie Geschichte – was hat sie für die Popmusik bedeutet? Zum 50. Jahrestag: das Mauer-Special mit U2 und Bowie, Puhdys und Tresor. Die Mauer gab es ungefähr so lange wie die Beat- und dann Rockszene der DDR. Deren Musiker hatten somit nie wirklich die Chance, sich mit ihren Westkollegen auszutauschen. Es sei denn über Schleichwege oder, später, über die raren offiziellen Kontakte. Im Westen, zumal in Westberlin, wo sich ebenfalls eine - nehmen wir mal den dritten Begriff - Popszene zu entwickeln begann, war…
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