Chris Rea – King Of The Beach


Ganz entspannt im Hier und Jetzt: Rea spielt mal wieder am Strand

Schicksalsschläge öffnen einem ja schon mal kräftig die Augen: Nach einer schweren Pankreas-Entzündung musste Chris Rea zehn Stunden lang operiert werden. „Am Tag, als ich ins Krankenhaus kam, dachte ich daran, dass ich der Kerl bin, der ,Road To Hell‘ über das Themse-Tal und den grauenhaften Schlamassel, in dem wir alle stecken, geschrieben hat – England sah noch nie so wundervoll aus wie an diesem Tag“, erinnert sich der 49-Jährige. Danach sei er allen Leuten plötzlich wie ein Buddhist vorgekommen. „Dinge, die mich angeödet haben, die alle Leute wütend machen, stören mich überhaupt nicht mehr.“

So viel Entspanntheit kann nützlich sein – vor allem, wenn man Gitarre spielt Plötzlich klingt der alte Rea wieder wie zu der Zeit, als seine Karriere mit „Tennis“, „Wired To The Moon“, „Shamrock Dianes“ und „On The Beuch“ dem Zenit zustrebte. Gut und sparsam dosiertes Slide-Gitarrenspiel zu dezent perlendem Bluespop, der den Bacardi am Strand von Ibiza besser rutschen Lässt. So viel Geschmack hätte man jemandem gar nicht mehr zugetraut, der mit seiner rauchigen Teddybärstimme während der 90er Jahre bestenfalls die passende Schlafzimmerklangtapete für die schwülen Träume unausgelasteter Durchschnittsverkäuferinnern von heißen Nächten mit Heiner Lauterbach ausgerollt hat. „King Of The Beach“ oder „All Summer Long“ wären in den 80er Jahren wahrscheinlich wie Josephine“ und „On The Beach“ große Hits geworden. Das handwerkliche Meisterstück „Guitar Street“ unterstreicht Reas Qualitäten, und für eine Ballade wie „God Gave Me An Angel“, müssten sich auch größere Songschreiber nicht schämen. Allerdings klingt sein 19. Album sehr nach „Best-Of-Sampler, denn fast alle Elemente tauchten in den bekanntesten Stücken Reas bereits auf. So ist dieser „King Of The Beach“ ein Kaiser ohne neue Kleider, liefert aber trotzdem zumindest gute Unterhaltung. Der Anspruch, große Rockmusik zu machen, wird Rea in seiner buddhistisch aufgeklärten Gelassenheit allerdings so egal sein wie die „Road To Hell“. Es sei ihm natürlich von Herzen gegönnt


So klingen die größten Schlagzeuger der Geschichte ohne ihre Band

John Bonham (Led Zeppelin) – „Fool In The Rain“ https://www.youtube.com/watch?v=lWnhz1ZcF74 Direkt mit dem ersten Song auf Led Zeppelins erster LP veränderte John Bonham das klassische Rockschlagzeug für immer. Jimmy Page scherzte noch Jahre später darüber, wie der Song „Good Times Bad Times“ und dessen Bass-Drum-Parts die Fans verwirrte: „Alle waren sich sicher, dass Bonzo zwei Bass-Drums benutzt, während er in Wirklichkeit nur eine hatte.“ Diese gewichtige wie virtuose Darbietung legte den Grundstein für Bonhams Karriere bis zu seinem viel zu frühen Tod 1980. „Fool In The Rain“ erschien nur ein Jahr früher – auf dem Album „In Through The Out…
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