Die Ärzte They’ve Given Me Schrott! – Die Outtakes




Ende letzten Jahres erschien „Seitenhirsch“, das groß aufgemachte, neu gemasterte bisherige Gesamtwerk der Ärzte auf 33 CDs. Und nachdem sie sich lange verweigert hatte, gab die Band ihre regulären Alben den einschlägigen Streaming­plattformen frei. Raritäten, B-Seiten, Demos und das unveröffentlichte englische Album sucht man auf Spotify & Co. jedoch vergebens. Egal wie groß die Liebe zu dieser Band mal war oder immer noch ist – nicht ­alle können und wollen sich 333 Euro für die „Seitenhirsch“-Box leisten, zumal viele Fans das meiste eh schon zu Hause im Regal stehen haben.

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Für alle, die ihre Ärzte-Sammlung preisgünstiger erweitern wollen, gibt es jetzt „They’ve Given Me Schrott! – Die Outtakes“ als 3‑CD- und 5‑LP‑Box mit raren Songs, die größtenteils auch auf „Seitenhirsch“ versammelt sind. Den Begriff „Schrott“ und den Hinweis, dass man keine durchgängig hochwertige Qualität erwarten darf, sollte man allerdings ernst nehmen: Das ist nichts für Sound-Fetischisten! Auch Fotos gibt es keine, stattdessen Kommentare von Bela, Farin und Rod. Zudem ­jede Menge Demos, alte Fassungen („Westerland“ hieß mal „Helgoland“), das allererste Radio-Interview von 1983, Songs, die es zu Recht nie auf ein Album geschafft haben („Die Wahrheit über Mädchen“), und solche, deren Potenzial nie ausgeschöpft wurde („Norma Jean“).

Vor allem aus den Achtzigern finden sich lustige Spinnereien und unausgegorene Schätze. Zum Ende hin ist das Material besser produziert, aber vom Unterhaltungswert dünner, da Ideen, die es nicht auf ein Ärzte-Album schafften, dann oft für Solo-Songs verwurstet wurden. Schade, dass auf CD 3 noch mal der Inhalt von CD 2 zu hören ist – ­hoffentlich nur ein Einzelfall, sonst drohen Beschwerden bei der ­Verbraucherzentrale.

Also nur etwas für echte Ärzte-Fans. Aber wem beispielsweise ­alle B-Seiten, „Satanische Pferde“ oder „Bullenstaat“ fehlen, dem wird der „Schrott“ wahrscheinlich nicht reichen. (And More Bears/Universal)


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