Elvis Costello & The Imposters Look Now


Es ist so anstrengend, dass Elvis Costello immer schon sein bester eigener Kritiker war – was die Kritiker nicht davon abhielt, jede seiner Platten bis „The Juliet Letters“, 1993, zu preisen. Das war der längste Lauf in der Geschichte der Popmusik: 13 Alben, eines schöner als das andere, und Costello wiederholte sich nicht. Es gibt Leute, die „Trust“ lieben und „Almost Blue“, und es gibt Leute, die auf „Punch The Clock“ und „Goodbye Cruel World“ schwören, und „Spike“ und „Mighty Like A ­Rose“ haben Bewunderer.

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Der Filmkritiker Mi­chael Althen schrieb einmal: Wer wissen will, wie die 80er-Jahre waren, der muss nur die Platten von Elvis Costello hören. Das kommt natürlich darauf an, wo und wie man die 80er-Jahre verbracht hat. Die 80er-Jahre des Elvis Costello waren ein anderer Film, der neben dem Hauptprogramm lief. In den 90er-Jahren war Costello ein unzuverlässiger Freund geworden: Ach, vielleicht sollte er nicht so bald wieder eine Platte machen. Bis zu „Painted From Memory“, 1998, dem grandios gefühligen Balladen­album, das er mit Burt Bacharach aufnahm.

Und an diese Platte und das opulente, unschlagbare Hauptwerk „Imperial Bedroom“ von 1982 knüpft „Look Now“ an. Sagt natürlich Costello selbst: Mischt man diese beiden, haben wir was Feines. Vielleicht nimmt man noch „Momofuku“ von 2008 hinzu, ein Album, das in in einer Woche auf einem Bierdeckel entstand.

„Look Now“ ist auch fast so sehr gut, wie man vermuten muss. Am Klavier saß bei zwei Stücken Burt Bacharach, der auch an einigen Songs mitschrieb, und die Imposters (zwei Drittel der Attractions) lassen es knacken. Costello schöpft Stimme und Arrange­ments aus. „Unwanted Number“, eine sehnsuchtsvolle Ballade, hatte Costello 1996 für Allison Anders’ Film „Gas Food Lodging“ geschrieben, „Under ­Lime“ ist eine aufgekratzte Beatles-­Hommage mit Bläsern, das ausladende „Burnt Sugar Is So Bitter“ schrieb er mit ­Carole King (und das hört man auch). „Mr. & Mrs. Hush“ braust vor bramsiger Hysterie. „Suspect My Tears“ und „Why Won’t Heaven Help Me?“ sind herrlichstes symphonisches Bacharach-­Melodrama. Zwölf bitter­süße Songs, zwölf echte Costellos – und da fehlen noch die vier Stücke der Deluxe-Edition.

Nachdem er alle alten Meister zitierte, zitiert Costello jetzt sich selbst. Das trifft den Richtigen.


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