Hayden Thorpe Diviner


Domino

Nach dem überraschenden Ende der Wild Beasts vor zwei Jahren scheint sich Sänger und Multiinstrumentalist Hayden Thorpe vom euphorischen Synth-Pop seiner Band endgültig verabschiedet zu haben. Sein Solodebüt, „Diviner“, schlägt einen völlig anderen, erhabeneren Ton an.

Das Titelstück gibt die Richtung vor: ­Thorpe spielt einsam Klaviertöne wie Ludovico Einaudi und singt mit seinem unverkennbaren Falsett. Er inszeniert sich in Songs wie „Stop Motion“ und „Love Crimes“ als von der Vergangenheit geschüttelten Suchenden, der aber bereits Licht am ­Ende des Tunnels erspäht hat.

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„Human Knot“ folgt der Fährte James Blakes, während „Spherical Time“ einer Bewerbung für einen gemeinsamen Scifi-­Soundtrack mit Jonny Greenwood gleicht.


Zum Tod von Meisterregisseur Nicolas Roeg: Im Sog der Leidenschaften

Nicolas Roeg war immer ein Außenseiter des Kinos geblieben. Fast könnte man sagen, dass er diesen Platz ganz bewusst verteidigt hatte vor den (allerdings spärlichen) Versuchen, ihn zum Klassiker des experimentellen Kinos zu erheben. In fast allen seinen Filmen porträtierte er ganz buchstäblich Außerirdische, Verstoßene, dem Höllensumpf der Gesellschaft entflohene Sonderlinge, die dem Ruf der Wildnis auf Gedeih und Verderb verfallen sind und zwanghaft nach ihrer Identität suchen. Natürlich kennt die ganze Welt „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (1973), der im englischen Original so wundervoll wie weltabgewandt „Don’t Look Now“ heißt. Eine inzwischen kultisch verehrte und gespenstische Meditation über den…
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