John & Gary Walker: The Walker Brothers: No Regrets - Our Story (Kritik & Stream) - Rolling Stone






John & Gary Walker The Walker Brothers: No Regrets – Our Story


Blake Pub


von

Es hat sich verständlicherweise einiges an Ärger aufgestaut bei den Autoren dieser Band-Autobiografie. Zum einen darüber, dass ihr Beitrag zur Ikonografie des ruhmreichen Trios notorisch kleingeschrieben wird. Zum anderen, weil ganze Bücher wie „A Deep Shade Of Blue“ aus Halbwahrheiten bestünden. So empfiehlt sich „No Regrets“ als Korrektiv, doch füllen die Memoiren auch so manche Wissenslücke. In Bezug auf die Vorgeschichte in Kalifornien gibt Stephen McFarlands „All American Boys“ weitaus mehr her, doch wurden die Umstände und Hintergründe der Bandgenese in London, die Assimilation der Sunnyboys im selbstgewählten Exil, ihr rasanter Aufstieg und das jähe Ende noch nie so hautnah geschildert.

In einem recht behäbigen Erzählmodus freilich, der leider zu kursorischer Lektüre verleitet. Scotts Rolle wird als tragende gewürdigt, seine seelische Disposition gelegentlich mit leichtem Spott kommentiert. „Success – and what Scott later called his personal nightmare“, heißt es über einen Auftritt, „really began when we were mobbed.“ An erhellenden Details herrscht kein Mangel. Ein Verfahren, das er bei Psych-Soundexperimenten mit Graham Nash entwickelte, so Gary, hätten die Beatles für „A Day In The Life“ geklaut. Auch Johns Solo-Aktivitäten waren selten von Erfolg gekrönt, auch nicht jene Aufnahme-Sessions mit Bill Wyman und Konsorten im Mai ’71. Eine Single ist Zeuge, aus dem Album wurde nichts.


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