Neue Podcast-Folge: „Die Streifenpolizei“ über die Favoriten der Oscar-Verleihung

Kid Kopphausen I


Trocadero/Indigo Vö: 24. August 2012

Beziehungen, sagt man, ermöglichen einen neuen Blick auf die Dinge des Lebens. Plötzlich sieht man alles durch eine gemeinsame Brille, nimmt die Welt um sich herum anders wahr, begreift Zusammenhänge, die einem vorher verschlossen waren. Die Freundschaft zwischen den Liedermachern Nils Koppruch und Gisbert zu Knyphausen hat schon weit vor dieser Kooperation ihren Ursprung. Die Bewunderung der beiden für das Werk des jeweils anderen klang schon immer durch, Koppruch spielte bei Knyphausen-Konzerten im Vorprogramm, manchmal teilte man sich Bühne und Mikrofon. Die Vereinigung zum gemeinsamen Projekt, die sich so schön im Namen Kid Kopphausen manifestiert, schien also nur eine Frage der Zeit.

Auch wenn sich auf „I“ leicht identifizieren lässt, wer welches Stück verfasst hat, ist das Album trotzdem (fast) eine Band-Platte geworden, auf der die teils arg unterschiedlichen Klang- und Gedankenwelten von Koppruch und zu Knyphausen erstaunlich gut fusionieren. „Hier bin ich“ rumpelt los wie eine Crazy-Horse-Nummer. Dazu buchstabieren die Songwriter ihren neu geschaffenen Kosmos durch: „Ich kann aufrecht steh’n/ Ich kann vorwärts geh’n/ Ich hab’ das Licht geseh’n/ Wer bin ich?“, fragen sie im wüsten Refrain. Interessant ist, dass Knyphausens Indie-Rock („Das Leichteste der Welt“) mitunter einnehmender ist als Koppruchs Bibel-Weisen („Moses“). Nur wenig – abgesehen vom gespenstischen „Haus voller Lerchen“ – schlägt einen derart in Bann wie Knyphausens letztes Soloalbum. Magisch geraten vor allem die Balladen, wenn der eine in den Refrain des anderen einfällt wie im großartigen „Im Westen nichts Neues“.

Beste Songs: „Im Westen nichts Neues“, „Haus voller Lerchen“

Kooperation

1969: Led Zeppelin veröffentlichen ihr Debüt – und ROLLING STONE verreißt es

"Sie legen es darauf an, ihr beachtliches Talent für unwürdiges Material zu verschwenden". An "Led Zeppelin I", dem Debüt vom Led Zeppelin, ließ unser Kollege vom US-ROLLING-STONE, John Mendelsohn, kein gutes Haar. Mendelsohn rezensierte die Platte im März 1969, zwei Monate nach dessen Erscheinen. Hier „Led Zeppelin I“ bestellen[/amazon02 Limitiert, schwache Songs "Formelhaft" sei allein schon die Zusammensetzung der Band: ein exzellenter, aber unterverkaufter Gitarrist treffe auf einen "hübschen" Sänger mit "Soul-Röhre", leidlich kompetent sei die Rhythmus-Sektion; Schlagzeuger John Bonham dresche schließlich "bei jedem Beat" aufs Becken ein. Musikkritiker Mendelsohn drischt aber vor allem auf Gitarrist Jimmy Page ein: "Leider…
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