MIA. Tacheles


Universal Vö: 08. März


von

„Ich mach’ mein Ding“: In der irgendwie in einer Endlosschleife gefangenen deutschen Musiklandschaft – zwischen nöliger Betroffenheit und neuen Castingshow-Kurzhaarfrisuren, nach Berlin abgewanderter Hamburger Schule und Rhein-Neckar-Delta-Soul – sind MIA. nach Deutschtümelei-Vorwürfen und überambitioniertem Zirkus-Quatsch mit ihrem fünften Album in ihrer ganz eigenen Kampfklasse angekommen. Mit „Fallschirm“ haben sich die Berliner um Sängerin Mieze jedenfalls geile Zeiten verdient. Die erste Single, ein Hohelied auf die Liebe, kommt komplett ohne textliche Peinlichkeiten und Klee-Plattitüden aus und verweist musikalisch sogar ein bisschen auf The Cure – inklusive Original-Robert-Smith-Maunzen. „We move like cagey tigers …“

Manche Keyboardpassagen auf „Tacheles“ klingen antiquiert – als hätten alternde Deutschrocker gerade elektronische Sounds entdeckt (und als wären Spliff nie Hippies gewesen) – und bedürfen einer gewissen Gewöhnung. Dabei geben sich MIA. aber schon wieder sehr eigen. „Brüchiges Eis“ ist eigentlich eine deutsche Soulballade, nur anders verpackt und ohne Vokalakrobatik, dafür aber mit echten Gefühlen. Wohltuend und sympathisch! So werden die Grenzen zwischen Tagträumen und Ausflügen in die Nacht fließend. Musik für hungrige Herzen in einer Welt, die bleibt.

Beste Songs: „Fallschirm“, „Rien Ne Va Plus“


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