Highlight: Musikempfehlungen von Hunter S. Thompson: Die wichtigsten Alben der Sechziger

Okkervil River „The Stand-Ins“


Nach „The Stage Names“ die „The Stand-Ins“: Will Sheff hatte für das letzte Werk von Okkervil River so viele Lieder geschrieben, dass es jetzt Nachschub gibt. Das ist eine gute Nachricht, weil „The Stage Names“ eines der besten Alben des vergangenen Jahres war. Aufgestellt an der Grenze zwischen Americana, Songwriter-Folk und College-Rock, gelang der Band aus Austin, Texas eine fabelhafte Platte mit wunderbaren Arrangements und Performances. Es sind eben diese ständige Grenzüberschreitung und der mühelose Umgang mit den Akkorden, die Okkervil River zu einer besonderen Band machen. Und es ist natürlich Will Sheff, der seine Lieder nicht nur gut schreibt, sondern ebenso gut singen kann.

„The Stand-Ins“ führt also „The Stage Names“ weiter, mit neuen Liedern, wiederkehrenden Themen und derselben Grundstimmung. Mag sein, dass dieses zweite Repertoire nicht ganz so ausbuchstabiert ist, weil man sich in der Kür freier fühlt, doch der Qualität steht das nicht im Weg. Der Opener „Lost Coastlines“ ist Uptempo-Folk, aber auch ganz aktueller Gitarrenpop. „Singer Songwriter“ ist Country mit Sixties-Anklang, aber im Herzen auch College-Rock, „On Tour With Zykos“ eine spröde Pianoballade, zeitlos entworfen und doch passend für das moderne US-amerikanische Jugendfernsehen.

Das beste Lied kommt am Schluss, es heißt „Bruce Wayne Campbell Interviewed On The Roof Of The Chelsea Hotel, 1979“ – name checking und popkulturelle Verweise gehören hier weiterhin zum guten Ton. Sheff singt sehnsuchtstrunken und mit geknicktem Gemüt über einem Folk-Picking, zu zirpenden Mandolinen, einer Pedal Steel und Tex-Mex-Bläsern. Hier wie anderswo denkt man den American Music Club, an Bishop Allen und auch ein bisschen Marah. Alles gute Adressen. (Jagjaguwar/Cargo)

Jörn Schlüter


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