Spezial-Abo

Freiwillige Filmkontrolle


Paul McCartney New


Universal


von
Paul McCartney – „New“

Paul McCartney scheint der Welt immer noch etwas beweisen zu müssen. Dass er jung geblieben ist zum Beispiel, dass er cooler ist als sein Image, dass er Avantgarde kann und Standards. So erklären sich Haarefärben und Chucks-Tragen, dreistündige Rockshows mit übermotorisierter Band, kieksiger Kaffeeladenjazz mit Diana Krall und Rumgegröle auf Maxis italienischer Elektro-House-Acts. Aber das ist natürlich nicht der Paul McCartney, den wir lieben.

Auch in den ersten drei Minuten von „New“ finden wir den nicht wieder. „Save Us“ ist ein ziemlich bombastischer Rocker mit todkomprimierten Gitarren. Gut fürs Stadion, schlecht für die Ohren. Doch dann, wie aus dem Nichts, erscheint uns im Schlepptau eines simplen Keyboard-Motivs tatsächlich das alte Popgenie. Es spinnt eine feine Melodie und herrliche Couplets noch dazu („Alligator“). „On My Way To Work“ kommt mit Ray-Davies-Impressionismus und George-Harrison-Gitarre, in „Queenie Eye“ skandiert der 71-Jährige einen Kinderabzählreim und klingt dabei fast wie Damon Albarn auf „Girls And Boys“. Unglaublich jung jedenfalls. Im nächsten Stück, der Beatles-Reminszenz „Early Day“, dann unglaublich alt. „Sweet memories are friends from the past“, singt er mit brüchiger Stimme, „always come to you when you look for them.“ Und tatsächlich, wie ein Echo der Erinnerung an „Got To Get You Into My Life“, erhebt sich daraufhin der Titelsong. Anschließend wird es dann wirklich new: ein Bastard aus Psychedelia und contemporary R&B erhebt sich („Appreciate“). Neuland quasi.

Es gibt keine einheitliche musikalische Stimmung auf diesem kunterbunten Album, an dem mit Giles Martin, Ethan Johns, Mark Ronson und Paul Epworth gleich vier Produzenten mitwirkten. McCartney experimentiert („Road“), lässt sich von der Vergangenheit inspirieren („Hosannah“), spielt Crowdpleaser mit „Heys“ und „Oooohs“ und ELO („Everybody Out There“, „I Can’t Bet“) und süßlichen Pop mit Störsender („Looking At You“). „I’m scared to say I love you“, singt der Mann, der einst „Silly Love Songs“ schrieb. Dann bricht die Verbindung ab zu dem Paul McCartney, den wir lieben. Hoffen wir, er lässt bald wieder von sich hören.


Diese Darsteller wollte Tarantino eigentlich für „Pulp Fiction“

Manchmal läuft es im Leben nicht immer so, wie man es gerne hätte. In vielen Fällen ist das gar nicht so tragisch - wie nun eine Besetzungsliste zeigt, die all die Schauspieler aufführt, die "The Hateful Eight"-Regisseur Quentin Tarantino gerne für "Pulp Fiction" besetzt hätte. Während einige Darsteller, die es schließlich in den Film schafften, auch auf der Liste auftauchen (etwa Tim Roth als Pumpkin oder Amanda Plummer als Honey Bunny), waren einige der Hauptfiguren eigentlich für völlig andere Mimen vorgesehen. Obwohl John Travolta mit "Pulp Fiction" in seiner Rolle als Vincent noch einmal ein denkwürdiges Comeback gelang, setzte Tarantino…
Weiterlesen
Zur Startseite

3 Monate ROLLING STONE nach Hause

Grafik Abo 3 Ausgaben für 9,95 €