Paul Rees Robert Plant: Ein Leben



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Bisher gab es wenig biografisch Fundiertes über Plant zu lesen. Der Musikjournalist Paul Rees nimmt ihn auf 350 Seiten etwas genauer unter die Lupe, nicht so sehr weil er sich von dessen Musik übermäßig angezogen fühle, sondern weil ihn die Aura des großen Rocksängers fasziniere, wie er im Vorwort schreibt.

Rees versucht Plants musikalische Sozialisierung zu ergründen, erzählt von dessen Kindheit und Jugend in den englischen Midlands, spürt Plants früher Leidenschaft für Blues und britische Adepten wie Steve Winwood und die Spencer Davis Group nach. Nichtsdestotrotz bleibt die Rock’n’Roll-Initiation des jungen Robert eher spekulativ und hangelt sich vage an Allgemeinplätzen der Popgeschichte (Elvis’ Hüftschwung) entlang.

Weit glaubhafter, auch kritischer schildert Rees den Aufstieg Led Zeppelins zur größten Rockgruppe der 70er-Jahre, konzentriert sich weniger auf die Hotelzimmerorgien, Sexpartys und Drogenexzesse (die im Skandalwerk „Hammer Of The Gods“ zur Genüge Erwähnung finden), lässt jedoch keinen Zweifel an der nicht nur musikalischen Megalomanie der Band und dem kapitalen Ego ihres Sängers, das empfindliche Risse bekam, als 1977 Plants Sohn Karac und 1980 Drummer John Bonham starben, was bekanntlich zum Ende von Led Zeppelin führte.

Plants anschließende Solokarriere wird hier zur kreativen Befreiung und finalen Selbstfindung, deren Antrieb bis heute die Hassliebe zu Jimmy Page und dem Zeppelin-Vermächtnis sei. Rees befragt Freunde, Weggefährten, Schulkameraden, spart nicht mit Anekdoten über Plants Libido und seine Vorlieben für indische Kultur, Tolkiens „Herr der Ringe“-Saga und sonstige Mythen britischer Provenienz. Dass das Buch dennoch nicht die Legende vom „Golden God“ nährt, ist Rees’ größtes Verdienst.


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