Paul Simon In The Blue Light



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Das neue Album mit alten Songs in neuen Fassungen ist eine der kompliziertesten Angelegenheiten im Musikgeschäft: Es lässt sich kaum erklären. Es lässt sich kaum vermarkten. Es ist sofort als Nebenwerk, ja als Verbesserungsversuch erkennbar. Bei Paul Simon sind auch die Songs selbst kompliziert: Es sind Lieblingsstücke aus seinem Werk (keine Songs für Simon & Garfunkel), von denen er glaubte, dass er sie noch besser machen könnte, jedenfalls anders machen sollte. Es handelt sich nicht um „Koda­chrome“, „Mother And Child Reunion“, „­Late In The Evening“, „Still Crazy After All These Years“ und „You Can Call Me Al“.

Sondern um Stücke, die am weitesten vom populären Simon entfernt sind und für die es Kennerschaft und Liebhaberei braucht. Und Kennerschaft und Liebhaberei beim Werk Paul Simons hat Paul Simon ja.

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Die neu verfassten Songs eint das Nicht-Offensichtliche, die diffizile Struktur, es sind Lieder mit Brüchen, Wechseln und Abschweifungen, ­ohne eingängige Refrains, mit New-Orleans-Bläser-Arrangements, kleinem Streicher-­Ensemble, Percussion, feinem Gitarren- und Pianospiel und gezupftem Bass. Es gab wenig zu verbessern an „René And Georgette Ma­gritte With Their Dog After War“, einem zarten, wundersamen Kammermusikstück von „Hearts And Bones“ (1983), das noch immer zart und wundersam ist, aber nun mit Bläsern neben dem Streicher-Arrangement.

„Darling Lorraine“ von „You’re The One“ (2000) und ist auch in der geänderten Version überfrachtet. Der schleppende Boogie-Blues „One Man’s Ceiling Is Another Man’s Floor“ stammt aus Simons früher Phase, als er die Ausdrucksformen amerikanischer Musik untersuchte. Die meisten Stücke – das schwelgerische „Love“, das raffinierte Streicher-Arrangement von „Can’t Run But …“, die verzierte und verklimperte Nachtclub-Jazz-­Ballade „How The Heart Approaches What It Yearns“, „The Teacher“, „Questions For The Angels“ – sind Kunstlieder im allereigentlichsten Sinn.

Es ist einfach anspruchsvolle Musik. (Sony)

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