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Pet Shop Boys Behaviour



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„Being Boring“ ist einer der schönsten Songs der Pet Shop Boys, Alterswehmut, frei von Früher-war-­alles-besser-Klage. Neil Tennant und Chris Lowe verabschiedeten damit auch die 80er-Jahre – jene Ära, die viele Popmusiker unbedingt hinter sich lassen wollten. Sie alle konnten ja nicht ahnen: Das neue Jahrzehnt würde es ihnen mit dem Aufstieg von Grunge und HipHop schwer machen.


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Für „Behaviour“ engagierte das Duo Harold Faltermeyer („Axel F“), der als Produzent nicht gestriger hätte wirken können. Doch war es dieser Bayer, der ihnen eine Zeitlosigkeit schenkte, die 1990 unter allen elek­tronischen Bands sonst nur De­peche ­Mode mit „Violator“ genossen. Beide Alben widerstanden den Trends. Die U2-Coverversion von „Where The Streets Have No Name“ vermengten die Pet Shop Boys mit Frankie Vallis „Can’t Take My Eyes Off You“. Dies war der weise Wink an den schwerfällig werdenden Rocker Bono, mit Pop in der neuen Dekade eine Spielwiese zu nutzen, aus der man sich Zitate wie Blumen pflücken konnte.


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Mit „Very“ (★★★) gestalteten sie dann ihr bis heute gültiges Image. Kostüme sperrig wie Möbelstücke, phallische Hüte, humoristische Queer-Hymnen („Go West“), aber auch Lieder zarter Hoffnung wie „Liberation“. Leider entdeckten PSB ab 1993 auch jene Eurobeats, die noch etliche ihrer Stücke planieren würden: „Yesterday, When I Was Mad“.

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„Bilingual“ (★★★½) bleibt ihr überraschendstes Album. Ganz aus dem Nichts kam das von brasilianischer Rhythmik beeinflusste, mit portugiesischen Sprachfetzen versehene Werk jedoch nicht. Zuvor landeten Simply Red mit dem massiven Getrommel von „Fairground“ einen Hit. Aber der lateinamerikanische Schlager „Se a vida é“, eine optimistische Fortsetzung von „Being Boring“, wirkte gerade im Britpop-Jahr 1996 erfrischend.

So erfolgreich wie im Jahrzehnt zuvor waren die Pet Shop Boys mit diesen Platten nicht mehr. Aber man verehrte sie ja nicht für ihre Chartpositionen, sondern für ihre Exzentrik. (PLG/­Warner)


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