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Die Streifenpolizei - der Podcast für Film & Serien vom Rolling Stone & Musikexpress

Pixies Come On Pilgrim … It’s Surfer Rosa


„Scream it like you hate that bitch!“, wurde der junge Black Francis von seinem chinesischen Nachbarn aufgefordert. Mehr Hass in die Stimme legen! Auf der ersten Pixies-EP, „Come On Pilgrim“ (1987), führte er die Leise-laut-­Dynamik ein: Strophe normal, Refrain geschrien. Karriere aber machten damit später Nirvana.

Den zweiten Rat, selbst erteilt nach Bibel-­Lektüre: „You can’t go wrong with the Old Testament.“ Mord in der Heiligen Schrift („Nimrod’s Son“) paarte Francis dann mit Eingeständnissen sexuellen Versagens: „Here I am with my hand.“ Er entlarvte seinen Sexismus als hohle Prahlerei – als Masturbationsfantasien.

Pixies brachten also das Chaos in den um Haltung bemühten College-­Rock. „Surfer Rosa“ zementierte Francis’ Autoaggression („Break My Body“) und seine Faszination für weibliche Anatomie (die Vagina als „Bone Ma­chine“).

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Das von Kim Deal gesungene niedliche „Gigantic“ jedoch drehte sich um Penisgrößen. Und wieder wurden dem Boss die Grenzen aufgezeigt – von seiner Bassistin. Aus dieser Paarung von Horror und Humor entstand eines der aufregendsten Debüts des Jahrzehnts. Die 13 Stücke funktionieren auch als Hörbuch, wurden mit Sprachschnipseln verbunden, die schockierten („I said you fucking die!“), dann aufmunterten („There ­were rumours he was into field hockey players“).

Heute machen die Pixies keine guten Platten mehr, Geld verdienen sie mit Tourneen – und Reissues. Auch diese zwei gab es 2009 schon im Remaster. Die einzige Neuheit (neben Artwork von Hofdesigner Vau­ghan Oliver) ist jedoch umwerfend: ein Radio­konzert von 1986 als Dokument von Francis’ frühen Stärken. Sie feiern den religiös-­weinerlichen Gesang, den er ab „Doolittle“ von 1989 leider ablegte. Dazu seinen Mut, Joey Santiagos entzündlicher Leadgitarre seine akustische entgegenzustemmen.

Ein bislang unveröffentlichtes Lied gibt es hier auch: „Boom Chicka Boom“ in einer Live-Version. Nur auf die Pixies-Version von „Brackish Boy“, das Francis später allein herausbrachte, müssen wir noch warten. (4AD)

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Eine kurze Geschichte der Fender Jaguar: Die E-Gitarre von Kurt Cobain und Carl Wilson

John Frusciante von den Red Hot Chili Peppers, Thurston Moore bei Sonic Youth und Blixa Bargeld bei Nick Cave and the Bad Seeds. Drei Größen der Musikgeschichte, die alle eines gemeinsam haben: Sie spielen eine Fender Jaguar. Was genau es mit dem Erfolg der E-Gitarre aus dem Hause Fender, die in den 60er-Jahren eingeführt wurde, auf sich hat, erfahren Sie hier. Vom Surfbrett gerissen Geburtsstunde der Fender Jaguar war 1962. Als großer Hoffnungsträger des Musikinstrumente-Konzerns kam die kurzhalsige E-Gitarre an der amerikanischen Westküste zur Welt, inmitten einer surfbegeisterten Kultur. Viele Bands fanden Gefallen an der Solid-Body-Gitarre aus Erlen- und Eschenholz…
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