Highlight: Die 5 spektakulärsten Halbzeitshows des Super Bowl

Prince Emancipation


36 Songs auf einem Triple-Album, ­jeder Tonträger dauerte exakt eine Stunde: Auf 180 Minuten feierte Prince 1996 seine „Emanzipation“ von Warner Bros. Records, wo er 18 Jahre immer unzufriedener unter Vertrag stand. Den Neuanfang beging er mit diesem Familienalbum unter dem „Love Symbol“-Pseud­onym, gewidmet seiner Frau Mayte und dem ungeborenen Sohn Amiir, dessen Herzschlag er für „Sex In The Summer“ sampelte. Aus heutiger Sicht eine tragische Platte: Das Baby verstarb kurz nach der Geburt und die Ehe endete im Jahr 2000.

R&B befand sich damals in einer goldenen Ära. Da Prince aber nur noch selten Impulse zu setzen vermochte, orientierte er sich an anderen, wie an D’Angelo und R. Kelly. Unter Wert war „My Computer“ verkauft, bei dem Kate Bush im Hintergrund sang. Sie war ein Wunderkind wie er, veröffentlichte kaum noch Musik – es hätte als Single erscheinen müssen. Womöglich war Prince ­damals im Studio besser, wenn er keine Lust hatte. „Chaos And Dis­order“ (★★★½) hieß das Pflichtprodukt für Warner, um das Ende seines Kontrakts zu erreichen. Elf Songs, 39 Minuten, man möchte fast sagen: dahingerotzt, aber so sagt man’s halt oft im Rock, und hingerotzt wurde diese Platte anscheinend auch; die Stücke gehen fast nahtlos ineinander über. Der Mann wollte fertig werden. Man könnte es das Prince-Indie-­Album nennen: „Dinner With Delores“ kommt als Ballade ganz ohne Pomp aus; die Dringlichkeit von „I Rock, Therefore I Am“ mündete in eines seiner wenigen Lieder, die beherzigen, was er sonst nur selten getan hat: den Song gleich mit dem Chorus beginnen, wenn der außergewöhnlich gelungen ist.

Die Wiederveröffentlichungen-­Reihe schließt mit „The Versace Experience (Prelude 2 Gold)“ (★★½). ­Eine Rarität. Bei der Pariser Fashion Week 1995 wurden Remixe kommender Lieder veröffentlicht, darunter zukünftige Singles wie „Gold“, und auch Stücke mit der zu wenig beachteten Fusion-Band Madhouse. (­Sony)


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