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Rod Stewart Another Country

Capitol/Universal

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Auf seinem letzten Album, dem 2013 erschienenen „Time“, übernahm Rod Stewart erstmals seit langen Jahren das Songwriting selbst, jedenfalls teilweise. Darüber konnte man froh sein, weil Stewart sich auf diesem Weg dem Schicksal des gealterten Popstars – auf generischen, von Musikfunktionären durchgestylten Platten irgendwie singen – auswich und stattdessen spürbar an seinen Liedern beteiligt war. Stewart schrieb auch das neue Werk, „Another Country“, zu einem großen Teil selbst, findet offenbar sehr persönliche Worte und beschwört einige Kniffe von „Gaso­line Alley“ und „Every Picture Tells A Story“, zum Beispiel mit dem klassischen Rhythm & Blues „Please“. Das folgende „Walking In The Sunshine“ erinnert an den 80s-Synthie-Pop von „Young Turks“, doch nun singt der 70-jährige Stewart nicht von Halbstarken, sondern von grauen Haaren.
Danach probiert er Reggae, Soulpop und öfters englische Folk­lore oder keltische Melodien, etwa bei „Love Is“, bei dem man den alten jubilierenden Charme in Stewarts Stimme hört. Man wünscht sich nur, dass sein Produktionsteam auf einige Mainstream-Kniffe und übergroße Arrangements verzichtet hätte – mit einem ja nun seit Jahren auch im Mainstream wieder verstandenen direkteren, reduzierteren und weniger geschönten Klang. Dass das durchaus eine Möglichkeit war, zeigen insbesondere die letzten paar Songs sowie eine Reihe weiterer Cuts auf der Deluxe-Version.
Der räudige „Drinking Song“ rumpelt ohne großes Beiwerk, das folgende „Hold The Line“ schunkelt zum schon erwähnten folkloristischen Instrumentarium, „Every Rock’n’Roll Song To Me“ zählt Titel aus dem Kanon der Rockmusik auf und schwankt genauso schön wie der folgende R&B-Soul „One Night With You“. So müsste es Stewart doch auch am besten gefallen!
Am Schluss steht Python Lee Jacksons „In A Broken Dream“, das unlängst als Sample in A$AP Rockys „Everyday“ auftauchte. Stewart sang das Lied 1970 für einen Satz neuer Auto-Fußmatten als Demo ein.

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