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Soft Cell Keychains And Snowstorms


Niemand konnte das Schlüpfrige schöner mit dem Sehnsuchtsvollen paaren als Soft Cell. Und nichts wirkte 1981 aufregender und verstörender auf einen Heranwachsenden, als Marc Almond und Dave Ball in Ilja Richters „disco“ zu sehen. Almond, der asthmakranke Sohn eines Armeeoffiziers, Mikrofon und Beine schlenkernd, und Ball freundlich-schüchtern seinen Korg bedienend.

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Egal ob Sex im Pornokino („Seedy Films“), Auto („It’s A Mug’s Game“) oder Fetisch-Club („Sex Dwarf“): ­Almonds Anzüglichkeiten bewegten sich zwischen einem an Oscar ­Wilde betrunkenen Grundton und arrogantem Witz: „Isn’t it nice, sugar and ­spice/ Luring disco dollies to life of ­vice.“ So haben sie es gemacht. „Non-Stop Erotic Cabaret“ ist eine der großen Platten des hervorragenden britischen Pop-Jahrgangs ’81. Und das liegt vor allem an Dave Ball, dem Mann am Synclavier. Er verband Motown mit Suicide und landete mit „Tainted Love“ einen unwahrscheinlichen Hit, wofür weniger Almonds Stimme als vielmehr Balls Beeps und Buffzz verantwortlich waren.

Die vorliegende Box versammelt quasi das Gesamtwerk des Londoner Duos auf neun CDs: Alle Maxis, B-Seiten, Dutzende Demos, Raritäten, Remixe, Radiosessions, Live-­Aufnahmen, außerdem die herrlichen Videos und ein Bilderbuch. Man braucht nicht alles. Aber mehr, als man denken würde. Denn die Soft-­Cell-Maxis sind im Gegensatz zu denen vieler anderer Künstler ihrer Zeit nicht einfach sinnlos ausgedehnt, sondern oft richtig gute Fortschreibungen.

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Eine Band also, die sich stets auch um großartige B-Seiten bemühte. „Insecure Me“, die Rückseite von „Torch“, ist eines der besten Prä-House-Stücke, „Facility Girls“, Rückseite von „Bedsitter“, eines der großen Kitchen-Sink-Dramen des Pop. Ein Dutzend Songs hat Ball neu gemixt, ohne dabei zwanghaft Anschluss an 2018 zu suchen. Braucht er nicht. Als The Grid und Produzent für Depeche Mode, Bowie und Kylie Minogue hat Ball die im Vergleich zu Almond konstantere Zweitkarriere. (­Mercury/­Universal)


„Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter“: mindestens der drittbeste „Krieg der Sterne“-Film

Die Starpower Harrison Fords im Jahr 1983 demonstrierte allein der zeitliche und personelle Aufwand zur Befreiung seiner Figur Han Solo. Es benötigte sechs hochkompetente Freunde und drei Eskalationsstufen, um den Schmuggler aus den Fängen Jabba The Hutts zu befreien – und rund ein Drittel der gesamten Spielfilmzeit der „Rückkehr der Jedi-Ritter“. Zuerst kamen C-3PO und R2-D2 in den Palast des Verbrecherkönigs in die Wüste, dann Leia mit Chewie, schließlich Luke. Lando hatte sich den Einlass bereits erschlichen. Sie alle wollten Han helfen – der hing, eingefroren in eine riesige Tafel aus Karbonit, als Schmuckstück an Jabbas Wand. So viel Aufwand,…
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