Rewind Today 1983: The Police veröffentlichen ihr letztes Album ‚Synchronicity‘



1983 waren The Police die größte Band der Welt. „Every Breath You Take“ regierte die Charts auf beiden Seiten des Atlantiks; neue Songs wie „King Of Pain“, „Synchronicity II“ und „Wrapped Around Your Finger“ zeigten die Band als komplett ausgereifte Komponisten, die dem White Reggae des Vorgängers „Ghost In The Machine“ (1981) etwas mehr Melancholie und Pop hinzufügten. Nach der anschließenden Welttournee gingen The Police wieder ins Studio, aber die Spannungen zwischen Sting, Andy Summers und Stewart Copeland waren zu groß. „Synchronicity“ blieb das letzte Album der Band. Mehr als zwei Jahrzehnte später gab es eine Reunion-Tournee. Aber auch da gerieten Sting und Copeland wieder aneinander. Ende.

Aus Musikexpress 8/1983:

The Police – Synchronicity *****

Die Rückkehr der glorreichen Drei! Lange haben sie auf sich warten lassen, die drei Superstars des letzten Jahrzehnts, bis sie sich musikalisch in Erinnerung rufen. Aber das Warten hat sich gelohnt Police präsentieren mit SYNCHRONICITY ihr bislang reifstes Werk.

Sie sind abgeklärter, ruhiger geworden. Die wilden Jahre sind vorbei. Es überwiegen langsamere Stücke, komplex arrangiert, mit schönen Melodie-Bögen. Und nur noch selten, wie auf dem Eingangstitel der Platte, strapaziert Sting seine Stimmbänder in für ihn typischer Höhe.

Besonders die zweite Seite des Albums wirkt wie aus einem Guß Vier Kompositionen von Sting, die alle eine entspannte, ausgeglichene Atmosphäre vermitteln. Beginnend mit dem Hit „Every Breath You Take“ führt Seite 2 zu dem melancholisch angehauchten „King Of Pam“: „I have stood here before inside the pouring rain/With the world tuning circles running round my brain/I guess I always thought that you could end this reign/But it’s my destiny to be the hang of pain…“ Leichte Tango-Einflüsse, kombiniert mit dem typischen Police-Reggae auf dem folgenden „Wrapped Around Your Finger“. Das abschließende „Tea In The Sahara“ besticht durch seine komplizierte Melodie-Linie Sparsamer, effektiver Synthesizer-Einsatz auf all diesen Stücken und natürlich Stewart Copelands unverkennbares, vertracktes Schlagzeug.

Seite 1 ist uneinheitlicher, unruhiger, stiftet mehr Verwirrung. Das liegt sicher unter anderem auch daran, daß außer vier Sting-Kompositionen hier auch jeweils eine Nummer von Stewart Copeland und Andy Summers enthalten ist Neben dem schon erwähnten up tempo-Beginn experimentiert die Gruppe mit ungewohnten Klangbildern und Instrumenten. Auf „Walking In Your Footsteps“ sind es z. B. Panflöte und asiatisch klingende Percussions-Instrumente. Das Stück „O My God“ ist die vertrauteste Police-Nummer im herkömmlichen Sinn, es erinnert an „Driven To Tears“.

Leider hat die Platte auch einen Schwachpunkt: Andy Summers‘ Komposition „Mother“, ein aggressiv von ihm selbst herausgebrüllter Song in King Cnmson-Manier, wirkt wie ein Fremdkörper auf dieser Platte, Doch die anschließenden Stücke „Miss Gradenko“ und „Synchronicity II“ bringen die Sache wieder ins Lot.

Police haben mit diesem Album all diejenigen widerlegt, die sie nach ihrer letzten, zugegebenermaßen etwas schwächeren Platte schon abgeschrieben hatten.

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