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Robbie Williams im Interview. Hier in das neue Album „Take The Crown“ reinhören!


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Für unsere aktuelle Ausgabe traf Jenni Zylka Robbie Williams zu einem Gespräch in London, wo dieser sein heute erscheinendes Album „Take The Crown“ vorstellte. Zylka schreibt über die Platte: „Williams singt darauf wieder die ganze Pop-Unterhaltungspalette durch: Von ‚Candy‘, dem Ohrwurm zum Mitschunkeln, den er mit Gary Barlow produziert hat, und in dessen Videoclip er in einem eigentlich zu proper sitzenden rosa Anzug den Schutzengel einer ruchlosen Zicke spielt, über ‚Different‘, mit großer Gestik, tiefsinnig interpretierbaren Texten und schönen, vom kanadischen Violinisten und Arcade-Fire-Live-Mitglied Owen Pallett eingespielten Streichern, bis zu ‚Hey Wow Yeah Yeah‘, das so nah an Oasis oder Kasabian ranrückt, wie nur möglich, ohne die Romantiker und ‚Angels‘-Hörerinnen zu verschrecken. Die Platte, sein zehntes Soloalbum nach sechs Alben mit Take That, ist typisch, erwartbar, solide. Vorne drauf der Williams-Kopf als goldene Büste, zusammen mit der Aufforderung ‚Take The Crown‘ – das klassische Spiel mit seinem öffentlich zur Schau gestellten Größenwahn. Er macht nicht Musik, um damit etwas auszudrücken, einen emotionalen Zustand, eine Kritik, einen gesellschaftlichen Kommentar. Sondern weil er gern singt, gut singen kann, und auf die Bühne will.“ Williams bestätigt das und gesteht: „Meine erste musikalische Leidenschaft“, sagt Robbie, „waren – neben Musicals – die Top 40.“

Seine Boygroup-Vergangenheit ist ihm auch heute noch immer nicht peinlich. Dazu sagte Robbie Williams: „Wenn ich mich morgens selber anziehen würde, dann würde ich mich ausstaffieren wie ein Boygroupstar aus den Neunzigern. Ärmelloses Shirt, um meine Bizeps zu zeigen, an denen ich so hart gearbeitet habe, helle Jeans. Weil ich eben einer bin! Aber meine Frau zwingt mich, schicke, enge, moderne schwarze Sachen anzuziehen, weil meine Managerin ihr das aufgetragen hat. Ich darf sonst nicht vor die Tür.“ So erklärt sich also der stilvolle Look seiner aktuellen Promofotos…

Mit Glamour hat er dennoch nicht viel am Hut. Im Gegenteil. Seitdem er verheiratet ist und in L.A. in bester Star-Nachbarschaft sehr ruhig leben kann, verbringt er freie Tage lieber fernsehend zuhause. Aber: „Ich schaue nichts mit Schauspielern drin“, betont er, denn das Leben in L.A. und das Herumhängen mit Darstellern habe ihm das Spielfilmgucken verdorben. „Dann denke ich andauernd: Ach ja, den hab ich ja neulich kennengelernt, das war so ein Idiot!“ Stattdessen hat er ein Faible für Realityshows, „Celebrity Big Brother“ oder „Housewives Of Beverly Hills“. Williams dazu: „Da gibt es geniale Momente. Wenn ich einen Film oder eine fiktionale Serie gucke, dann sehe ich einen Schauspieler, der einen Blödmann oder einen Bösewicht spielt. Im Reality-TV ist der Typ wirklich blöd. Das gefällt mir. Mir ist klar, dass das apokalyptisches Fernsehen ist. Aber ich liebe es.“

Auch das Ausgehen habe er sich größtenteils abgewöhnt: „Ich bin ein Eremit. Ich gehe nicht zu Partys, gehe nicht aus, besuche nie jemanden.“ Und: Er neige zum Vereinsamen. „Ich habe eine Telefonphobie. Ich besitze kein Telefon, man kann mich ausschließlich über E-Mail erreichen. Und ich habe immer noch das Gefühl, dass zu viele Leute meine Mailadresse haben, eigentlich würde ich lieber mit weniger Menschen kommunizieren.“ „Take The Crown“ ist soeben hierzulande erschienen. Eine ausführliche Review finden Sie in der Dezember-Ausgabe. Hier noch die aktuelle Single:

Robbie Williams „Candy“ (2012) from Joseph Kahn on Vimeo.


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