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Rock im Park – Tag 1: Metallica und ihr stotterndes Wunschkonzert


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Es bleibt unbestritten, dass Festivals am ersten Tag am angenehmsten sind: Die Zuschauer riechen noch frisch geduscht, die späteren Hobby-Exhibitionisten sind noch nahezu nüchtern und fast vollständig bekleidet, die Dixie-Toiletten sind beinahe begehbar – und ungezähmte Vorfreude wiegt durch die Menge.

Da freut man sich doch schon mal auf die ersten Bands: Den Startschuss für den ersten Tag von Rock im Park 2014 gaben gestern die Mittelalter-Rocker von In Extremo. Zu soliden Dudelsack-Klängen und gewohnt ausgelassener Stimmung ließ die siebenköpfige Formation die sonnenverbrannte Masse pogen und schwitzen. Petrus und Wetterfrosch scheinen es an diesem Wochenende besonders gut mit uns zu meinen: Strahlender Sonnenschein und sommerliche Temperaturen bis zu 30°C stehen bevor.

Verstörend wirkte der anschließende Bühnen-Auftritt von Markus Söder, dem bayrischen Finanzminister. Im Kiss-T-Shirt signierte er eine Gitarre, deren Erlös aus der geplanten Versteigerung für den Wiederaufbau der kürzlich ausgebrannten St. Martha Kirche in Nürnberg eingesetzt werden soll. Denn „Sind wir nicht alle in Wahrheit Rock’n’Roller?“, wie uns Söder beschwörend zuzwinkert. Ist ja eigentlich auch viel authentischer, bei einem Rock- und Metal-Festival kein Bandshirt zu erstehen, sondern einfach mal einen Kirchenaufbau mitzufinanzieren.

Weiterhin gute Stimmung auch, als Alter Bridge die Bühne übernahmen und ein anständiges Set lang Alternative-Rock zum Besten gaben. Die ersten Sonnenstich-Opfer ruhten mittlerweile im kleinen bisschen Schatten rund um Imbissbuden und wurden von vorfreudigen Metallica-Fans per Megaphon angeschrien. In jene ausgelassene Stimmung traten Avenged Sevenfold mit einer gelungenen Mischung aus Feuerwerk, Flammen und Stimmgewalt auf den Plan – auch nach 15 Jahren Bandgeschichte haben die „neuen Götter des Heavy Metal“ noch nichts von ihrer Energie verloren.

Die Masse fing nun langsam an zu kochen – ob aus Vorfreude, Hitze oder Unmut über die wieder einmal horrenden Bierpreise (4,80 Euro für 0,5 Liter – und kühl waren die Getränke auch nicht) sei aber dahingestellt. Alle  skandierten den Namen der Headliner: Metallica. Pünktlich um 20.35 Uhr flammten die Videowalls auf – und sofort hätte man vor lauter Fremdscham irgendwohin versinken wollen.

Röhrend verkündeten James Hetfield und Konsorten in einem zweiminütigen Clip, dass Metallica bei ihrer diesjährigen Tour „by request“ spielen, also ein Konzert nach Wünschen der Fans. Und wie einfach man da doch bis zur letzten Sekunde mitvoten könne. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge durfte man zusehen, wie die Altrocker verzweifelt dem abgefahrenen Social-Media-Zug nachliefen, während man immer und immer wieder daran erinnert wurde, doch noch schnell brav mitzuvoten und die Ergebnisse mit all seinen virtuellen Freunden zu teilen: Vom Publikum gewählt wurden insgesamt 17 der 18 aufgeführten Songs.

Auch der Zeitpunkt des Auftrittes war ein wenig zu früh gewählt – wahrscheinlich machen die Jungs auf ihre alten Tage nicht mehr alle Nächte durch, aber im immer noch strahlenden Sonnenschein wollte keine richtige Stimmung aufkommen. Nach rund einer Stunde hatten sich die Herren dann aber warm gespielt und der Himmel endlich seine unpassende, flamingorosa Tönung abgelegt, sodass mit „One“ die Show erst richtig begann. Noch gut eine Stunde wurde dann weitergerockt, das Finale bildeten erwartungsgemäß die Klassiker „Whiskey In The Jar“, „Seek & Destroy“ und „For Whom The Bell Tolls“.

Anschließend wurde die Arena geöffnet, in der auf der Clubstage Rudimental auftraten. Mit zahlreicher musikalischer Unterstützung gab das Quartett eine energiegeladene Performance voller Tanzeinlagen und guter Laune zum Besten, den gelungenen Abschluss bildeten danach das Salzburger Electro-Duo Klangkarussell.

Die Masse wankte zufrieden zurück in ihre Zelte, um sich für die Acts des zweiten Tages auszuschlafen: Unter Anderem werden Mando Diao, Kings Of Leon, Queens Of The Stone Age, Nine Inch Nails, Ghost und Anthrax unsere volle Aufmerksamkeit verlangen.


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