ROLLING STONE empfiehlt Weihnachtsgeschenke (1): „Camera Man: Buster Keaton, the Dawn of Cinema, and the Invention of the Twentieth Century“


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Für den Film-Nerd in Ihrem Leben: Die definitive Biografie einer der wichtigsten Figuren der Kinogeschichte – recherchiert mit der Sorgfalt einer Wissenschaftlerin, angetrieben von der Begeisterung eines Fans und geschrieben mit der Eleganz einer großen Stilistin. Dana Stevens’ „Camera Man“ ist das Buch, das Buster Keaton verdient, dieses Genie des frühen Kinos, dieser Actionstar und Ästhet, dessen Filme hundert Jahre nach ihrem Erscheinen nichts von ihrer Aberwitzigkeit verloren haben. Die CGI-Schlachten der Disney-Hegemonie sehen müde und verstaubt aus im Vergleich zu Keatons Stunts.

Wie der ambitionierte Untertitel ihres (leider nur auf Englisch erhältlichen) Buches ankündigt – „die Erfindung des zwanzigsten Jahrhunderts“ – hat Dana Stevens mehr vor, als die Lebensgeschichte Keatons zu erzählen. Sie inszeniert ihn überzeugend als Protagonisten einer Kulturgeschichte, macht ihn zum Zentrum einer Erzählung über die Zwanzigerjahre (und darüber hinaus) und setzt die Anarchie des frühen Hollywoods in ihren politischen und wirtschaftlichen Kontext. Es gibt so viel zu entdecken in diesem dichten, reichen, durch und durch fesselnden Buch – nicht zuletzt die Kunststücke Keatons, die zum Schönsten gehören, was je auf Film festgehalten wurde.