Keith Richards: Klartext zur Rolling-Stones-Tour 2026
Keine Rolling-Stones-Tour 2026: Keith Richards erklärt die Konzertpause und spricht über das neue Album „Foreign Tongues“.
Die Nachricht dürfte viele Fans enttäuschen: Zwar bringen die Rolling Stones bald ihr neues Album mit dem Titel „Foreign Tongues“ heraus, doch auf eine dazugehörige Tournee müssen Anhänger der Band offenbar mindestens bis 2027 warten. Keith Richards stellte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP klar, dass für 2026 keine Konzerte geplant seien.
„Nächstes Jahr können wir darüber sprechen“, sagte Richards. Im Moment habe die Band das Album fertiggestellt und überlege nun, wie es danach weitergehen solle. „Bald“, so Richards, „aber nicht dieses Jahr.“
Damit bestätigt der Gitarrist indirekt Berichte aus dem vergangenen Herbst, wonach eine bereits angedachte Tour verworfen worden sei. Damals hieß es, Richards habe Vorbehalte gehabt, sich noch einmal auf die körperlichen Belastungen eines großen Konzertplans einzulassen. Überraschend wäre das nicht. Richards wird 2026 immerhin 83 Jahre alt, Mick Jagger 83, Ronnie Wood 79.
Die Rolling Stones müssen niemandem mehr etwas beweisen
Dass eine der größten Rockbands der Geschichte weiterhin neue Musik produziert, grenzt ohnehin längst an eine Ausnahmeerscheinung der Popkultur. Deshalb allein wirkt die Situation bemerkenswert: Die Rolling Stones veröffentlichen offenbar ein neues Studioalbum, ohne automatisch die übliche gigantische Stadiontour hinterherzuschicken.
Jahrzehntelang gehörte diese Kombination zum Selbstverständnis der Band. Neue Platte bedeutete neue Welttournee, neue Rekorde, neue Bilder von ausverkauften Arenen und monumentalen Bühnenproduktionen. Noch die „Hackney Diamonds“-Tour zeigte, wie sehr die Stones weiterhin als Live-Maschine funktionieren konnten.
Inzwischen stellt sich zwangsläufig eine andere Frage: Wie lange lässt sich dieses Modell aufrechterhalten? Eine Welttournee bedeutet monatelange Reisen, Proben, Flüge und Auftritte im Zwei- oder Drei-Tage-Rhythmus. Selbst für deutlich jüngere Künstler ist das ein Kraftakt. Bei Musikern jenseits der 80 wird jede Tour automatisch auch zu einer gesundheitlichen und organisatorischen Herausforderung.
„Foreign Tongues“ erscheint in einer anderen Phase der Bandgeschichte
Dass Keith Richards sich mit einer weiteren Mammuttour schwertut, passt zur heutigen Position der Rolling Stones. Die Band muss niemandem mehr beweisen, dass sie Stadien füllen kann. Ihr Status ist längst unangreifbar. Vielleicht erlaubt das erstmals, ein Album nicht mehr mit einem globalen Konzertmarathon verbinden zu müssen.