Highlight: Die 100 besten Schlagzeuger aller Zeiten

The Strokes: New York City Kings. Die Story zum 10. Geburtstag von „Is This It“

Zur aktuellen 200. Ausgabe des ROLLING STONE veröffentlichten wir ein Sonderheft mit den besten Beiträgen aus 17 Jahren. Unter den Autoren sind – neben den Redakteuren – Benjamin von Stuckrad-Barre, Wolfgang Doebeling, Frank Schulz, Denis Scheck, Gerd Scobel, Frank Schäfer; es gibt Interviews mit Bruce Springsteen, U2, Christoph Schlingensief, Radiohead, Neo Rauch, Tom Waits, Philip Roth, Karl Lagerfeld. In den kommenden Tagen werden wir ausgewählte Texte online veröffentlichen. Den vollständigen Inhalt des Sonderhefts finden Sie hier.

Hier der Original-Text:

Julian Casablancas ist der geborene Rockstar. Sitzt in einem mondänen Hotel-Restaurant in Amsterdam, soll Interviews geben, ist aber schon verdammt betrunken. Statt sein Steak zu essen, bestellt er ein weiteres großes Bier und knallt das Plattenfirmen-Handy, auf dem er ein Telefoninterview mit einem bedauernswerten Kollegen führen soll, immer wieder auf die Tischplatte, weil ständig der Kontakt abreißt. Dann geht es hinaus in die Nacht. Casablancas torkelt und konfisziert zunächst auf unnachahmlich liebenswürdige Art das Aufnahmegerät, bevor man ihn davon überzeugen kann, dass es Leute gibt, die gerne mehr über das New Yorker Quintett erfahren würden. „Fuck, jedes Mal, wenn ich eine Musikzeitschrift lese, stelle ich fest, dass nur Bullshit drinsteht. Die Musikpresse schlägt doch nur Kapital aus den dummen Seiten der menschlichen Natur. Ihr erzählt nicht die Wahrheit, sondern das, womit man am meisten Geld verdienen kann. Das alles ist wie ein Puzzle, ziemlich kompliziert, Mann. Aber ich möchte sowieso kein Interview geben, sondern mich mit dir als Freund unterhalten, der mir in die Augen sieht. Look into my eyes, man. Cheers!“

Es ist Zeit, sich weit aus dem Fenster zu lehnen: The Strokes haben mit „Is This It“ das wichtigste, aufregendste und beste amerikanische Rock-Album seit „Nevermind“ von Nirvana aufgenommen, das exakt vor zehn Jahren in Seattle das Licht der Welt erblickte. Der aufwühlende, fiebrige Rock’n’Roll-Sound der Strokes erinnert an einige der glorio­sesten Künstler, die die Historie New York Citys aufbieten kann: The Velvet Underground, Talking Heads, New York Dolls, Sonic Youth, Ramones und Television. Auf deren Kopf Tom Verlaine scheint Casablancas schon des Öfteren angesprochen worden zu sein. „Was? Und so ähnlich aussehen wie die sollen wir auch noch? Und du siehst aus wie mein verfickter Großvater, Mann! Wann immer ich ab jetzt ‚Television‘ sage, meine ich die Erfindung aus den frühen 30er-Jahren – und nicht die Band, verstanden?“



Kritik: The Strokes live in Berlin – „Prügelt mir die Scheiße aus dem Leib!“

Follow @sassanniasseri „Was ist denn bei euch los?“, ruft Julian Casablancas, hinein in die erste Reihe des Publikums. „Hast Du offene Schnürsenkel? Oder liegt da jemand tot zu Deinen Füßen?“ Er wundert sich anscheinend, weil die Leute kreischen und auf ihn zeigen. Als bräuchten sie sofort seine Hilfe. Menschen über 30, viele weit über 30, die kreischen und auf ihn zeigen. Als bräuchten sie seine Hilfe. Muss man sich mal vorstellen: Seit dem Jahr 2001, als The Strokes ihr Debüt „Is This It“ veröffentlichten und damit eine kleine Garage-Welle lostraten, hat sich für ihre Fans nicht viel verändert. Die Strokes…
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