War Toto vielleicht doch die Band des Jahres?

1982 sitzt David Paich unten in Afrika schwitzig in einer Bibliothek. Unter dem gestrengen Blick einer bebrillten schwarzen Bibliothekarin am Schreibtisch sucht er in alten Büchern eine Landkarte, die zu dem schütteren Schnipsel passt, den er in der Hand hält. Zwischendurch steht er mit Toto auf einer kleinen Bühne und singt „Africa“, drei Männer klopfen auf Buschtrommeln. Vor der Busch­bibliothek lodert eine Fackel. Ein Globus dreht sich, wir sehen die Länder: Könnte der Sudan sein oder der Tschad.

Paich blättert und blättert, er sucht in einem Regal weitere Wälzer. Da! Die angerissene Buchseite! Aber da! Ein Speer bohrt sich ins Holz. Die Bücherstapel fallen vom Tisch. Die Brille der strengen Bibliothekarin fällt zu Boden. Ein Feuer bricht aus. Und es regnet gar nicht in Afrika.

Toto brauchen fünfeinhalb Minuten für ihr Amalgam aus „Herz der Finsternis“ und Indiana Jones. „Africa“ wurde wahrscheinlich häufiger im Radio gespielt als „Billie Jean“ und „Just The Way You Are“.

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Im vergangenen Sommer veröffentlichten Weezer eine Version des Songs, die es an Fernweh, Raffinesse und Cremigkeit mit dem Toto-Monument aufnehmen kann. Bei „Jimmy Kimmel Live!“ spielten sie das Stück mit der gebotenen Gravität. Das Weezer-Logo, ein W mit Schwingen, prangte auf dem Prospekt hinter der Bühne. Steve Porcaro kam für ein unvergleichliches Keyboard-Solo auf die Bühne.

Weezer sollten das gesamte Album „Toto IV“ aufnehmen. Hurry, boys, it’s waiting ­there for you.


Siebziger-Mainstream-Rock: Die besten AOR-Platten der 1970er

Niemals wurden mehr Alben verkauft als in den 70er-Jahren. Die Rockbands der zweiten Generation verwandelten sich in Unternehmen und bewegliche Staaten, ihre allgegenwärtige, von den Radiosendern gespielte Musik nannte man „AOR“: Adult-orientated Rock. Rock für Erwachsene. Und, durchaus abschätzig, wie die einschlägige Gruppe: Middle of the Road, „MOR“. Manche sagten Schlock, manche sagten Soft Rock. John Lennon sagte: Es gibt keinen Soft Rock. Aber alle hörten ihn – jedenfalls im Radio. Fünf Autoren haben jeweils vier der millionenfach verkauften und selten gewürdigten Monster-Alben aus der goldenen Ära des Arena-Rock ausgewählt – auch eine Rehabilitation. Freiheit, elektrisch von Birgit Fuß Albert…
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