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ROLLING-STONE-PORTRÄT

U.S. Girls: „Es ist keine Befreiung, wenn man seine Titten zeigt“

🔥Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten: Bruce Springsteen – „Tunnel Of Love“

Der Club, in dem Meghan Remy heute Abend auftritt, ist so klein, dass er nicht mal über einen Backstagebereich verfügt. Kurz vor Konzertbeginn muss sich die Musikerin zusammen mit ihrer Backgroundsängerin durch den prall gefüllten Raum zur Bühne durchkämpfen. Seitdem Remy im Frühjahr 2014 beim Label 4AD unterschrieb, ist ihr Soloprojekt mit dem irreführenden, auf eine Band hindeutenden Namen U.S. Girls für solche Venues zu groß geworden.

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Das dicht gedrängte, zum großen Teil aus jungen Frauen bestehende Publikum starrt gebannt auf die Sängerin, die mit ihren stahlblauen Augen, dem schwarzen Bubikopf, den gezirkelten Brauen, dem lila Lidschatten und den riesigen Ohrringen wie eine Goth-Version der jungen Annie Lennox aussieht.

Phil-Spector-Pop und Horrorsoundtrack

Mit nichts weiter als zwei Bandmaschinen und einigen Effektpedalen spielt Remy ihnen die Songs ihres jüngsten Albums, „Half Free“, vor, auf dem sie Klangfragmente alter Schallplatten, vornehmlich Soul und Rock aus den 60er- und 70er Jahren, zu einer unwahrscheinlichen Mischung aus Phil-Spector-Pop und Horrorsoundtrack neu zusammensetzt.

Selbst im Treppenhaus, auf dem kleinen Gang vor der Kasse, stehen Menschen auf Zehenspitzen, um noch einen Blick auf die faszinierende Sängerin zu erhaschen, die mit ihrer voluminösen Stimme den schuhkartonartigen Raum und seinen matschigen Sound in weite Ferne rücken lässt.

Nach dem Berliner Konzert verkauft die ganz in Schwarz gekleidete Künstlerin in einer Ecke neben dem Eingangsbereich ihr Merchandise. Vor ihr liegen alle sechs Alben, die sie unter dem Namen U.S. Girls seit 2007 veröffentlicht hat, darunter auch die Vinylversion von „Half Free“, auf deren Cover sie die Haare noch lang und blond trägt.

Der gräulich verblichene Farbfilter und die gemusterte Tapete im Hintergrund lassen an eine Hausfrau aus den 50er-Jahren denken, ihr Blick ist verblüfft bis entrückt, die Augen glänzen. Es scheint, als hätte sie gerade etwas erfahren, das ihre Welt auf den Kopf stellt, das Doppelleben ihres Ehemannes vielleicht. Oder einen Blitz der Selbsterkenntnis.

In der Tradition von Bruce Springsteen

„Das Bild ist eine Hommage an ‚Darkness On The Edge Of Town‘, meine Lieblingsplatte von Bruce Springsteen“, erklärt die Amerikanerin, die seit einigen Jahren mit ihrem Ehemann, dem kanadischen Produzenten Slim Twig, in Toronto lebt. Gleichzeitig sei das Cover ein erster Hinweis auf das Konzept des knapp 40‑minütigen Albums.



Bruce Springsteen nennt Trumps Corona-Reaktion „nationale Schande“

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