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Blackout Tuesday

Veranstalter Krägeloh über „Watt En Schlick“ 2021: „underpromise, overdeliver“

Wie alle Musikfestivals kann auch das „Watt En Schlick Fest“, kurz WES, in diesem Sommer wegen Corona nicht stattfinden. Was macht das mit den Organisatoren, wie geht man mit dem Ausfall um? Wir sprachen mit dem Veranstalter des dreitägigen Events in Dangast an der Nordseeküste, Till Krägeloh, über Enttäuschungen 2020 – und Hoffnungen für 2021.

Wie würden Sie die letzten zwei Monate beschreiben mit den Aufs und Abs – wann kam zum ersten Mal der Gedanke: Das könnte eng werden mit einem Festival 2020?
Ich befinde mich jetzt seit sieben Wochen im Home-Office und irgendwie wollte ich es am Anfang nicht wahr haben, dass das Watt en Schlick Fest tatsächlich nicht stattfinden könnte. Ich dachte mir, ich warte mal bis nach Ostern ab und war bis dahin noch frohen Mutes. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich auch schon mit mehreren Kollegen ausgetauscht, aber ich vermittelte zu keinem Zeitpunkt, dass es eng werden könnte. Dann kam die Ernüchterung. Die Enttäuschung. Und ein richtiger Liebeskummer! Ich konnte nichts dagegen tun und habe dann
ein paar Tage gebraucht, um damit klar zu kommen und in den Angriffsmodus überzugehen …

Es geisterte ja immer die Zahl 5.000 Zuschauer durch den Raum – das wäre eine Großveranstaltung, damit fiele ein Event aus. In welche Zuschauer-Kategorie wäre das WES gefallen?
Das wäre unsere Kategorie gewesen.

Den Statements vieler Veranstalter ist der Zwiespalt bei der Absage anzumerken – auf der einen Seite die Angst vor wirtschaftlichem Schaden, auf der anderen die Sorge, mit seinem Festival zu Corona-Zeiten Menschenleben aufs Spiel zu setzen. Wie haben Sie sich positioniert?
Da gibt es mehrere Positionen: Natürlich steht die Gesundheit der Menschen über allem, und die muss man schützen. Das Finanzielle hat natürlich auch starkes Gewicht – und ist für das Festival überlebenswichtig. Aber für mich hat sich zunehmend auch die Frage gestellt: Was ist die Welt ohne Kultur? Ohne einen Sommer, in dem sich Menschen wiedersehen, zusammen feiern, sich lieben, zusammen etwas Gemeinsames schaffen? Auch das brauchen Menschen und es ist auf jeden Fall ebenfalls sehr wichtig.



Gesundheits-Experte sicher: Konzerte und Festivals nicht vor Herbst 2021!

Diese Schock-Analyse im Zeichen der Corona-Krise dürfte viele Musik-Fans schwer erschüttern: In einem kürzlich von der „New York Times“ veranstalteten Expertengespräch sagte der Bioethiker und Professor für Gesundheitsmanagement Zeke Emanuel, er habe „keine Ahnung“, wie Musikveranstaltungen  stattfinden sollen, „die auf später in diesem Jahr verlegt worden sind“ und wie Veranstalter „das für eine plausible Möglichkeit halten“ können. Angesichts der nach wie vor anhaltenden Coronavirus-Pandemie, deren Höhepunkt wohl noch lange nicht erreicht ist, werden Festivals und Konzerte seiner Meinung nach wahrscheinlich erst im Herbst nächsten Jahres wieder stattfinden können. Corona könnte zur Katastrophe für Musik- und Kulturbranche werden Konkret sagte Emmanuel…
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