TV-Fußnoten

Von „Breaking Bad“ bis „Californication“: Learning English mit Fernsehserien

Heute abend kommt auf RTL wieder schönstes Trash-TV: Zuerst die Nostalgie-Tragödie „I Like The 90’s“, dann die Mode-Tortur „Hotter Than My Daughter“ mit Guido Maria Kretschmer. Angesichts der beiden Formate könnte  man sich viele Fragen stellen (zum Beispiel, warum eine 90er-Jahre-Show eine Facebook-Anspielung im Titel trägt), vor allem fällt aber doch wieder einmal auf, dass Programmchefs offensichtlich glauben, dass auf englisch alles besser klingt. Siehe „Der Bachelor“.

Neulich wurden Kinobesucher gefragt, ob sie eigentlich wissen, was der Titel des Films, den sie gerade gucken wollten, bedeutet: „American Hustle“, anyone? Kaum einer kam auf die richtige Antwort. Ist ja auch schwierig: Während „Hustle“ in den USA eher geschäftiges Treiben (aber auch Anschaffen) bedeutet, ist es in Großbritannien ein Synonym für Trickbetrügerei. In Bayern würde man es wohl Gschaftlhuberei nennen. Die BBC-Serie „Hustle“ wurde in Deutschland vorsichtshalber mit dem Untertitel „Unehrlich währt am längsten“ versehen, damit man wenigstens gleich versteht, dass es hier irgendwie halbseiden zugeht. Anderen Serien blieb der Originaltitel erhalten, obwohl er eventuell schwer verständlich ist. Ein paar Beispiele:

„Scrubs“

Untertitel: „Die Anfänger“, weil es um ein paar junge Ärzte geht. „Scrubs“ sind eigentlich OP-Klamotten.

„White Collar“

Die Krimiserie handelt von einem smarten Kunstfälscher, der zum FBI überläuft – er ist der klassische „white collar criminal“, der nur abzockt, aber sich nicht die Finger schmutzig macht.

„Defiance“

In der Science-Fiction-Serie wird mal wieder ums Überleben gekämpft. „Defiance“ heißt Trotz, Herausforderung, Widerstand – das klingt freilich nicht so schön pathetisch.

„Life“

Hätten Sie gewusst, dass „Life“ in dem Fall „Lebenslänglich“ bedeutet? Das war nämlich die ungerechte Strafe, die Damian Lewis für ein Verbrechen aufgebrummt wurde, das er nicht begangen hatte.

„Grey’s Anatomy“

Die Arztserie dreht sich um Dr. Meredith Grey, der Titel spielt aber nicht auf ihren Körper, sondern auf das medizinische Standardwerk „Gray’s Anatomy“ an.

„Suburgatory“

Das Wortspiel aus „suburb“ (Vorort) und „purgatory“ (Fegefeuer) sagt alles über das Viertel, in dem die Comedy-Serie spielt – wenn man’s erst mal kapiert hat.

„Californication“

Noch ein Wortspiel – aus „California“ und „fornication“, also Unzucht. Womit auch alles gesagt ist.

„Breaking Bad“

Man kann es sich denken, aber wussten Sie vor Walter White, dass „Breaking Bad“ so viel wie „vom rechten Weg abkommen“ heißt?

… und wer kann sofort den Unterschied zwischen „CSI“, „CIS“ und NCIS“ benennen? Demnächst brauchen Serienfans vielleicht ein bisschen Englisch-Nachhilfe – zumal auf allen Download-Plattformen (wie auch bei ProSiebenMaxx) immer mehr Serien im Original angeboten werden. Wer neue Staffeln sofort sehen will, kommt nicht umhin, sich ein bisschen anzustrengen, um Jack Bauers Genuschel oder Sookie Stackhouses Südstaatenslang zu verstehen.


Bruce Springsteen: Die besten Veröffentlichungen aus der „Archive Series“ (5): Apollo Theater 03/09/12

Aktuell 43 Live-Mitschnitte, aufgenommen zwischen 1975 und 2013, bietet Bruce Springsteen auf seiner Website in der „Archive Series“ in verschiedenen Formaten zum Download an. In der Regel erscheint am ersten Freitag jedes Monats eine neu abgemischte Archiv-Show. Welches Konzert hatte die schönste Setlist? Wo war der Sound am besten? Ein Springsteen-Guide als Serie, zum 70. Geburtstag des Musikers: Aufnahmen, die man kennen muss. Die Autoren: Lutz Göllner ist Redakteur im Medienressort der Berliner Stadtmagazine „zitty“ und „tip“. Bei einem USA-Aufenthalt hat er 1974 erstmals Springsteen gehört, fühlte sich als Kind und Jugendlicher immer wie ein Loser, bis er merkte: Er selber ist…
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