Willander Special – „The Royal Wedding“ im Live-Ticker


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Das hat es bei uns noch nicht gegeben: Weltgeschehen im Live-Ticker – mit unserem Besten Arne Willander an der Tastatur. Unser Live-Ticker zur Royal Wedding von Prinz William und (Miss Catherine bzw. Kate) Middleton. Jüst kam die Meldung aus dem Willander’schen Wohnzimmer: „Good morning, Sir! Mein Tee zieht noch. Fangen wir an.“ In diesem Sinne:

14.30 Uhr: Der Balkon. Die Massen jubeln. William entblößt das Gebiss ähnlich wie die fahle alte Dame in Kanariengelb, seine Großmutter, die nun auch vor die Tür tritt. Der Kuss zwischen Kate und William ist eher beiläufig, aber der zweite Versuch gelingt recht ordentlich, und danach lachen sie, als drei alte Jagdflugzeuge den Palast passieren. Woher wohl dieser Brauch stammt?
Und weg sind sie!

13.35 Uhr: Das Brautpaar ist am Buckingham Palace eingetroffen. Die Queen entsteigt auf eigenen Beinen der Kutsche, Philip reicht ihr o-beinig die Hand, der Degen baumelt am Gürtel. „Man kann ja von diesen Bildern kaum genug kriegen“, sagt Rolf Seelmann-Eggebert ohne Begeisterung. „Sie haben noch mehr von diesen Kutschen.“ Dass die infame Schnapsdrossel Fergie, die Indiskretionen über die Familie verkaufen wollte, nicht eingeladen ist, findet Eggebert „nicht hinreichend großzügig“.

12.55 Uhr: Die von Kate gewünschten Bäume wirken grotesk in der Westminster Abbey. Sie hat bestimmt Kunstgeschichte studiert – aber weshalb muss eine „Sprache der Pflanzen“ gesprochen werden, noch dazu die Lingo von BÄUMEN? Soll doch Charles mit ihnen reden. In dem Gemäuer reicht doch die, ich sag mal: undeutliche Sprache der Liebe.
Ein Auftritt von George Michael mit Blechbläsern und Knabenchor wäre nicht schlecht gewesen.

12.38 Uhr: Die Predigt ist genauso langweilig, schwülstig und nebulös wie stets in der Kirche. „Der Geist muss frei fließen können. Chaucer, der berühmte englische Dichter, hat dafür folgenden Satz …“ Prinz Philip sieht aus wie eingewachst. Der Hut der Queen geht Richtung Zorro.

12.16 Uhr: Jetzt: der Eheschwur!
Williams Uniform sieht wie ein Fantasiekostüm der Heilsarmee aus. Kate mag gern Busen zeigen – aber muss es gleich der ganze sein?
Der Erzbischof segnet den Ring. William steckt ihn auf Kates Finger. Nun beten sie.

12.12 Uhr: Der Priester erklärt getragen, wozu die Ehe da ist. Gott, ist Kate hot!

12.10 Uhr: Die Braut in Cremefarben. Jetzt steht sie mit William, Harry und ihrem Vater vor dem Altar. Traut sie sich? Mächtige Fanfaren. Dann singt die Gemeinde. Elton John ist ja auch dabei.

11.35 Uhr: Frau Middleton in Himmelblau und Weiß, der Hut eine Art Gemüseplatte. Sohn James vertreibt Backzubehör, sieht aber aus wie ein Schauspieler. Sie begrüßen den Dekan von Westminster Abbey. Fanfarenklänge im Hintergrund.

11.30 Uhr: Mutter Carol Middleton und ihr Sohn James sind im Auto auf dem Weg. Heute bleibt der Party-Service kalt. Sie durchqueren das königliche Tor.
In der Abbey kommt der holländische Prinz Pilsje mit Maxima an. Unglaublich: Mohammed al-Fayed schreitet über den Roten Teppich!

11.20 Uhr: Die Limousine! William in der roten Ehrenuniform der Irish Guards und Harry in der blauen Uniform des Kavallerie-Regiments! Sie sind früh dran.
Jubel im Volk. „Drei Milliarden Menschen sehen jetzt zu“, meldet das ZDF.
Sie steigen aus. Gott, sieht William fesch aus!

11.10 Uhr: David Cameron und Ehefrau kommen an.  Sie geben heute eine Street Party in Downing Street No. 10. Seelmann-Eggebert fragt sich, wer denn überhaupt noch dort im Haus sei: der Hausmeister? Frau Cameron sei eine tolle Bäckerin. Und man habe einen großen Garten, so Eggebert, und ein Reitpferd. Schon wieder reden sie über den Verlobungsring der Mutter. Es wird Zeit, dass die Familie kommt.

10.40 Uhr: Ich verliebe mich in die Historikerin Katharina Urbach im ZDF: Ein schwerreicher Politiker lasse sich nicht mehr mit Champagner-Gläsern fotografieren und fliege jetzt immer mit Ryan Air, um bescheidener zu wirken, weiß sie. Norbert Lehmann witzelt: Erst der Schlamm mache den Range Rover des Landadeligen so richtig „country-like“ – wahrscheinlich könne man den Schlamm auch im Laden kaufen, um adäquat zu fahren.

10.20 Uhr: Auf RTL der launige Prinz Anhalt: Die hinterhältigen Corgis der Queen habe er auch schon mal erlebt. Bruce Darnell ist auch da. „You dress up!“ wiederholt er ständig, als wäre er noch bei Heidi Klum. Victoria Beckham (mit Hütchen auf der Stirn) erscheint, sie sei eine „Schtül-Ikon“. David sieht sorgenvoll aus. Er trägt einen Orden. Und in der Hand einen Zylinder. Jetzt lacht er! Oh Becks! Wer hat Kates Kleid geschneidert, Bruce? „Das wissen wir nicht so genau.“

10.00 Uhr:Die aufgekratzte Korrespondentin Patricia Schäfer gibt im ZDF mit ihrem grellen English an, wenn sie am Trafalgar Square die Leute beim „public viewing“ stört. Die Krawallschachtel Andrea Kiewel befragt auch Leute, die dort herumsitzen: „Is this your husband? Hugh? Like Hugh Grant? Oh, I love High Grant!“
Schäfer-Kiewel sind der royale Tussen-Gau. Ich schalte auf Rolf Seelmann-Eggbert im Ersten um. Es braucht Würde.

9.40 Uhr: Kate wird keinen Gehorsam gegenüber dem Ehemann geloben. Diana hatte auch auf diesen Untertanenschwur verzichtet. Ein böses Omen?
Bei der ARD steht die Berichterstattung unter dem Motto „Küss mich, Kate!“ Ein fast subtiler Titel, denn  er spielt auf ein ranziges Musical an, das mit Rex Harrison verfilmt wurde. Sage ich mal so, ich kann jetzt nicht nachschauen.
Die „London-Kennerin“ bestätigt, dass der Engländer kein Kältegefühl kennt. Eggebert erläutert die virtuelle Strecke zur Abbey. Ganz schön lang! Und später geht es wieder zurück zum Buckingham Palace.
Wann kommen die Kutschen, verdammt?

9.20 Uhr: William wird der Duke of Cambridge. So einen gab es seit einem Jahrhundert nicht. Wir hatten ihn schon vermisst! Man erwartet 600 000 Menschen auf den Straßen. BBC nennt es „public camping“. Schirme zeigen den Union Jack. Zwei Milliarden schauen an den Fernsehern und im Netz.

9. 15 Uhr: Die königliche Familie ist „very excited“, melden die BBC World News. Eine indisch aussehende Reporterin erklärt die Eingänge zur Westminster Abbey. Die Berichterstatter sind sich einig: Es sind dieselben Menschen an den Straßen, die bei der Hochzeit von Charles und Diana vor 30 Jahren dort standen. Und die Diana liebten, „when she was alive“. Und ebenso jetzt, das sie tot ist, möchte man ergänzen. Jetzt schreit die Inderin mit dem Mikrofon in die Menge, und die Menge brüllt zurück.

Hier noch mal unser Ankündigungstrailer: