Zum Tode von Harvey Pekar


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Die größten Comic-Superhelden stammten aus Cleveland: Superman und Harvey Pekar. Doch während der eine seine Herkunft in die Weiten des Alls verlegte und sich in Telefonzellen zum Heroen transformierte, wurde der andere gerade dadurch zum Helden, dass er der blieb, der er war.

Harvey Pekar, ein missmutiger, depressiver, kränkelnder Typ, der als Archivar in einem Krankenhaus arbeitete und unter dem Titel „American Splendor“ mit wechselnden Zeichnern wie etwa Robert Crumb, Frank Stack, Mark Zingarelli, und später sogar Alan Moore sein Leben zur Kunst machte. Es waren Aufzeichnungen aus Totenhäusern und Kellerlöchern, doch Pekar kämpfte heldenhaft mit den Tücken der Existenz – mit Einsamkeit und Depression, mit Krebs und Letterman.

Nun ist er im Alter von 70 Jahren in Cleveland gestorben. „Er hatte ein riesiges Gehirn und eine noch größere Seele. Und er war wahnsinnig komisch“, erklärte Paul Giamatti, der Pekar in der „American Splendor“-Verfilmung von Robert Pulcini und Shari Springer Berman so grandios verkörperte.

Maik Brüggemeyer

Harvey Pekars erster Auftritt bei David Letterman

Monologszene aus dem Film „American Splendor“-Verfilmung

Foto: Getty Images