Die Summe der Superlative

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Götter, Zauberer, Genies – bei Led Zeppelin gehen nur Gigantismen. In der „Illustrated History Of The Heaviest Band Of All Time“ kommen viele Musikerkollegen. Journalisten und andere Wegbegleiter zu Wort, und fast alle scheitern an der Beschreibung des massiven Sounds dieser Band, weil es anscheinend gar nicht genug Superlative gibt für den Einfluss, den Led Zeppelin auf die Rockmusik hatten, und die Nachhaltigkeit, mit der ihre Alben noch heute wirken. Und doch gelingt es diesem üppigen 290-Seiten-Werk besser als vielen anderen Led Zeppelin-Lobhudeleien, ein rundes Bild von der schieren Wucht der Briten zu vermitteln. Jedes Album wird genau unter die Lupe genommen, die Tourneen rekapituliert, die Dynamik zwischen den Musikern analysiert. Anders als bei der berühmt-berüchtigten Biografie „Hammer Of The Gods“ (die allerdings ausgiebig zitiert wird) stehen nicht die Skandale, Streitereien und Exzesse im Vordergrund, sondern tatsächlich die Musik. Und das Magazin „Crawdaddy!“ hat noch ein besonderes Schmankerl spendiert: ein irre komisches interview, das William S. Burroughs 1975 mit Jimmy Page führte. Imposante Live-Aufnahmen, vor allem aber unendlich viele Zeitungs-Ausrisse, Eintrittskarten, Flyer und andere Kleinigkeiten zeigen, wieviel Liebe in dieser Biografie steckt. Nur wer Kritik will, muss andere Bücher suchen, denn hier sprechen fast ausschließlich Fans – viele berühmte auch: Ray Davies, Lenny Kravitz. The Hold Steady. Bon Jovi, Ann und Nancy Wilson. „They got there first and they were the sum of their parts“, sagt Steve Earle und hat in jeder Hinsicht recht. (Edition 01ms, 29,95 Euro)