- 26. August 2011
von Daniel Koch
Features
Fünf Fragen an die Wombats. Tickets für Gig am 01.09. in Berlin gewinnen!
Die Wombats haben erst kürzlich als Headliner des Haldern Pop ihren Ruf als quirlige Liveband bestätigt. Wir sprachen auf ihrem letzten Tourstopp in Berlin mit den Herren. Donnerstag kommen sie wieder - wir verlosen die letzten Tickets.
Vor ihrer letzten Show in Berlin sprach Daniel Koch mit Tord Øverland-Knudsen und Dan Haggis, während Sänger Murph derweil seine Stimme schonen musste. Ein Gespräch über das Touren und Feiern und die schwere Last, für leichte Kost gehalten zu werden.
Habt ihr eigentlich eine Medallie dafür bekommen, die Band
zu sein, die am längsten mit einem Debütalbum getourt hat?
Dan Haggis: Wir müssten eigentlich eine bekommen.
Tord Øverland-Knudsen: Stimmt. Wir haben ja schon vor dem
Album getourt. Alles in allem sicher vier Jahre.
Warum denn eigentlich? Hängen euch die Songs nicht
irgendwann zum Halse raus?
D: Das mag seltsam klingen, aber wir stehen einfach drauf,
auf Tour zu sein. Und es wurde ja konstant größer, deshalb gab es
immer einen Anreiz.
T: Wir haben dann irgendwann gemerkt, dass uns das langsam
aber sicher umbringt.
D: Am Ende waren wir nur noch eine Wombats-Coverband.
D: Aber nach einer Auszeit, in der wir kaum über Musik
nachgedacht haben, ging's wieder.
Gab es mal Momente, in denen ihr dachtet: 'Wäre ich mal
lieber Maurer geworden!'
D: Nein. Nie. Wir haben doch einen Traumjob. Im Studio sein,
die Welt sehen, die Energie vom Publikum bekommen, ach, selbst
Interviews geben - ich würde nicht tauschen wollen.
T: Für kein Geld der Welt.
Ihr seid für viele die Band, die für den schnellen Spaß auf
dem Indie-Dancefloor gut ist. Man findet euren Song "lustig" und
verpasst euch den Stempel, eine Fun-Band zu sein. Dabei sind auch
auf "This Modern Glitch" wieder viele selbstironische Seitenhiebe
auf eigene Schwächen, man findet Verzweiflung in euren Songs und
recht neurotische, sinnsuchende Charaktere. Oft zwar auch pointiert
vertextet - aber der Spaß hat für mich oft auch eine dunkle Seite -
eben als würde man fröhlich zu Joy Division tanzen. Hasst ihr es,
wenn man euch als Spaßband abwatscht?
D: Du hast es ganz gut getroffen. Es ist die dunkle Seite des
Spaßes, die man bei uns bekommt. Die schlimmen Situationen im Leben
werden bei uns durch witzige Songs verarbeitet. So ist es auch mit
uns als Band - oft schleppen wir uns einzeln durch den Tag,
zweifeln an uns, an der Band. Aber sobald wir zusammen sind,
euphorisieren wir uns gegenseitig.
T: Es nervt, wenn man uns automatisch vorwirft, wir würden
das Musikmachen nicht Ernst nehmen, bloß weil unsere Lieder Spaß
machen und Humor haben. Oft sind es Kollegen von dir, die damit
kommen, oder Indie-Fans, die ganz genau wissen, was INDIE ist und
was nicht. Das kotzt uns dann wirklich an - es ist nämlich verdammt
schwer, Musik leicht klingen zu lassen.
Gutes Stichwort: Im Video zu "Tokyo" habt ihr die ganze
Zeit wilde Parties und Exzesse, aber ihr seht nicht aus, als hättet
ihr Spaß dabei. Fällt es euch manchmal schwer, die Leichtigkeit des
Bandlebens zu bewahren?
T: Natürlich. Es ist wohl wie in jedem Job. Es kann Routine
werden. Und man kann eben auch nicht immer feiern. Manchmal ist es
schöner, nach dem Gig einfach im Hotel einen guten Film zu
schauen.
D: Man hält uns oft für eine wilde Partyband. Das kann lustig und nervig zugleich sein. Zum Beispiel, wenn man gerade ein gutes Gespräch führt und dann gefragt wird: "Was machst du gleich??? Steilgehen???" Und man sagt: "Nö, ins Bett gehen."
Am 01. September spielen The Wombats um 21 Uhr im Studio#1 in Weißensee bei „on tape“. Wir verlosen noch zwei Tickets für den bereits pickepackevollen Event, der auf zdf.Kultur live übertragen wird. Wer hin will, der schreibe schnell eine Mail an verlosung@rollingstone.de mit dem Stichwort "Wombats on tape!"
-

