Rezension: Olli Schulz beim Greenville-Dachkonzert


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Dass ein Dachkonzert nichts für Menschen mit Höhenangst ist, liegt auf der Hand. Aber dass eben dieses schon auf dem Weg nach oben so sehr getestet werden würde, war nicht unbedingt zu erwarten. Sechs Stockwerke kringelt sich eine Gittertreppe mit freiem Blick nach unten im Hinterhof eines Mehrfamilienhauses in Mitte nach oben, um die rund 50 Gäste des Greenville Festival Warm-Up-Programms mit Olli Schulz dann schließlich auf einen Dachgarten mit wahrlich imposanten Ausblick zu entlassen.

Ende Juli geht das Greenville Festival vor den Toren Berlins in Paaren/Glien in die erste Runde, und das gibt sich ebenfalls keineswegs zurückhaltend. Am Wochenende vom 27. bis zum 29. Juli werden unter anderem Iggy & The Stooges, The Flaming Lips, The Roots und Kettcar die Bühne bespielen.

Um die Zeit bis dahin etwas zu verkürzen, wurde am Donnerstagabend dieses Warm-Up-Konzert veranstaltet. Und ließ schon einmal ahnen, dass die Organisatoren etwas auf dem Kasten haben. Gekühlte Getränke und gegrillte Würstchen, ein Ausblick auf ganz Berlin-Mitte und ein Olli Schulz auf der Bühne, beziehungsweise auf dem kleinen Podest, der sichtlich Spaß an dem Abend hatte. Die gute Laune erklärte er dann im Laufe des Konzertes auch noch einmal, mit einem besonderen Tageserlebnis. Beim Autofahren am Mittag sei ein Mädchen an ihm vorbeigeradelt, das im zurief „Olli Schulz ich liebe dich.“ Und so ein Ereignis lässt dann selbst den zeitweiligen „Human Of The Week“ des Hamburger Abendblatts anscheinend nicht kalt.

Musikalisch mischte Olli Schulz an diesem Abend vorwiegend uraltes und nagelneues und erzählte, erwartungsgemäß, mindestens doppelt so lang Geschichten über vermeintliche Hintergründe oder an den Haaren herbeigezogenes. So erläuterte er die Biografie seiner Cousine, die als Inspiration für „Spielerfrau“ von seinem neuen Album „S.O.S. – Save Olli Schulz“ zur Seite stand oder von der ersten großen Liebe, die eben davon nie etwas erfahren hatte. Weder von der imaginären Beziehung noch von dem folgenden Beziehungsende. „Ich habe überlegt was ich tun könnte, rede ich mit ihren Eltern darüber…?“

Hier gibt es das Lied „Irgendetwas fehlt dir und ich glaube das bin ich“: