Session mit Toy: die langen Haare der frühen Jahre
Shoegazer trifft Space-Rocker: Unbefangen verknüpfen Toy Musik aus drei Jahrzehnten
Frisuren wie Jefferson Airplane, langärmelige Pullover mit
Glitter und dunkle Sonnenbrillen vom Flohmarkt: Tom Dougall und
Maxim Barron sehen aus, als wären sie einem Science-Fiction-Film
der 60er-Jahre entflohen. Damit entsprechen die beiden auch optisch
dem Retro-Futurismus ihrer Band Toy: Das Debüt ist ein Zwitter aus
Shoegaze-Pop und Space-Rock.
Die erste Single war innerhalb eines Tages ausverkauft, zu
Toy-Konzerten strömen seither Menschen aus allen Ecken des Landes.
Gibt es in Großbritannien einen neuen Trend zu progressiven
Musikstilen und vielschichtigen Sounds? „Briten suchen das Ehrliche
in der Musik“, sagt Sänger Dougall trocken. Und Ehrlichkeit finden
Toy wie circa 50 Millionen andere Engländer vor allem in der
Vergangenheit, egal ob bei Can oder Soft Machine, bei Roxy
Music oder My Bloody Valentine – auch wenn „wir niemandem
nacheifern wollen“, wie Bassist Barron betont. Dieses Bemühen um
eine eigene künstlerische Handschrift ist auf „Toy“ nicht zu
überhören. Dougall denkt nach, dann: „Für uns ist es kein
Widerspruch, dass ein Song simpel und zugleich psychedelisch sein
kann.“ Und manchmal sei die Methode, einfach so lange zu spielen, „
bis sich irgendwann ein transzendentes Gefühl einstellt“.
Hier sehen Sie die Rolling-Stone-Session mit Toy beim Musikexpress Style Award für unsere
iPad-App:
Mit "I Thougt I Was An Alien" erschien kürzlich das Debütalbum der französischen Songwriterin Soko. Nun gibt es ein neues, recht freizügiges Video, in dem Soko ausgiebig mit einer jungen Dame flirtet, knutscht und kuschelt.