Serien-Special

Luck: Der härteste Kampf

Der unvollendete Serienroman um ein Pferderennbahnd-Drama: "Luck".
Foto:
TNT-Series
Luck

Die Geschichten werden bizarrer, Starregisseure drehen Episoden, Superstars kämpfen um Hauptrollen. Löst die Fernsehserie tatsächlich den Kinofilm als Maß aller Dinge ab? Zwar ist das Ritual des Gemeinsam-Schauens obsolet, doch dem Reiz der Serie verfallen immer mehr Menschen: Sie machen uns süchtig mit ihren komplexen Spannungsbögen, Rätseln und Verzögerungstaktiken. Seriengucker sind Einzelkämpfer, Trüffelschweine in der Bilder-Bonanza. Wir werden in den nächsten Tagen einen Blick auf unsere liebsten Serien werfen. Den Anfang macht Breaking Bad. Alle Infos zum Serien-Special gibt es hier.

Wer braucht Kino, wenn er solche Serien haben kann? So konsequent wie im Pferderennbahn-Drama "Luck" hat HBO die Regeln der traditionellen Seriendramaturgie selten ignoriert – und einem mit einer undurchschaubaren ersten Episode gleich klargemacht, dass ein harter Kampf bevorsteht – keine TV-Serie, sondern ein großer, schwergewichtiger Fernsehroman. Allerdings einer, der unvollendet bleiben sollte und nach neun Stunden vorzeitig zu Ende ging.

Michael Mann spielt als Regisseur des Piloten und Produzent der Serie in "Luck" das aus, was er in Spielfilmen wie "Heat" nur andeuten konnte: Eine im Kino unmögliche Ausführlichkeit der Narration und Gründlichkeit der Charakterentwicklung, ein Nebeneinander mehrerer Erzählungen, eine Film-noir-Meditation über das Glück,  über die Ästhetik des Verlierens, über die Poesie der Rache.

"Luck" ist wie eine antike Tragödie von verzweifelten Charakteren bevölkert, die einander auf und vor allem abseits der Rennbahn gnadenlos bekämpfen. Im Zentrum: Chester "Ace" Bernstein (Dustin Hoffman), ein Mobster, der auf Rache sinnt, nachdem er drei Jahre im Knast war, und nun die Santa-Anita-Pferderennbahn in Los Angeles übernehmen will. Rund um diese tummeln sich Verlorene, Gestrauchelte, Besessene. Dazu zahllose (vorzüglich gecastete) Trainer, Pferdebesitzer, Agenten und Jockeys, die alle vom großen Coup träumen. Naturgemäß vergeblich.

Auch der Serie blieb das Glück verwehrt. Eigentlich hätte im Januar 2013 die zweite Staffel starten sollen, doch daraus wurde nichts. Nachdem während der Dreharbeiten drei Pferde ums Leben kamen, setzte HBO "Luck" ab.



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