- 01. November 2011
von Daniel Koch
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Pete Townshend von The Who: "Apple und iTunes sind digitale Vampire."
Bei einem Vortrag zu Ehren von John Peel zeigte sich Pete Townshend von The Who als bissiger Apple-Kritiker und ging auch mit illegalen Downloadern hat ins Gericht. Lesen Sie hier Auszüge seiner Rede.
Auf dem britischen Radio Festival in Salford nutzte Pete Townshend von The Who seinen Vortrag im Rahmen der John Peel Lectures, um einmal Klartext zu reden in Sachen Internet und Downloading.
Dabei ging es Townshend nicht um die bloße Unterteilung zwischen legalen und illegalen Downloads. Leuten, die seine Musik aus dem Netz klauten, sagte er zwar: "They may as well come and steal my son's bike while they're at it. If someone pretends that something I have created should be available to them free, I wonder what has gone wrong with human morality and social justice."
Aber auch die Art und Weise, wie iTunes bzw. Apple an legalen Downloads verdient, sei im Vergleich zu dem, was sie den Künstlern anbieten, alles andere als fair. "Is there really any good reason why, just because iTunes exists in the wild west internet land of Facebook and Twitter, it can't provide some aspect of these services to the artists whose work it bleeds like a digital vampire, like a digital Northern Rock, for its enormous commission."
Apple und iTunes würden dabei nämlich kräftig verdienen, ohne die Aufgaben wahrzunehmen, die sich die Labels nicht mehr in dieser Form leisten können:
"Music publishing has always been a form of banking in many ways, but – in cooperation with record labels – active artists have always received from the music industry banking system more than banking. They've gotten…
1. editorial guidance
2. financial support
3. creative nurture
4. manufacturing
5. publishing
6. marketing
7. distribution
8. payment of royalties (the banking)
Today, if we look solely at iTunes, we see a publishing model that offers only the last two items as a guarantee, distribution and banking, with some marketing thrown in sometimes at the whim of the folks at Apple. It's a fantastic piece of software, I use it all the time and I was honoured once to meet the woman who wrote the software. But iTunes is not like radio."
Sein Lösungsvorschlag: "Apple should employ 20 talent scouts from the dying record business to give guidance to new acts and provide financial and marketing support to the best ones."
Eine Rede, die natürlich geprägt ist von Townshends-Karriere, die noch in einer anderen Zeit und in einem anderem System aufgebaut wurde und gewachsen ist - dennoch spricht er hier Punkte an, die bei all der Freude über die totale Verfügbarkeit von Musik nicht außer Acht gelassen werden sollten.
Die vollständige Rede gibt es hier.
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Kommentare (1)
kräftig verdienen
Man darf auch mal drauf hinweisen, dass Apple für den deutschen und US-Markt für ein Album in der Regel die gleichen Preise hat. Nur halt einmal in Dollar und hier in Euro. Nur ist 1 Euro ca 1,3 – 1,4 mal so viel wert wie ein Dollar. Ich bin überzeugt, dass Apple dafür eine „fadenscheinige“ Begründung einfällt, wenn man mal nachfragen würde.
Dann ist mir die Preispolitik sowieso völlig undurchsichtig. Man sollte sich einmal richtig vor Augen führen, dass die gesamten Erstellungskosten für einen Tonträger, bis ihn der Endkonsument „in die Hand nehmen“ kann, extrem gesunken sind. Auf eine 2 TB – Platte mit dem Ausmaß eines dickeren Buches gehen über 5000 Alben (mp3). 5000 CDs brauchen ne Menge Platz im Laden und gehen durch einige Hände, bis sie im Regal stehen. Jede einzelne muss bei Verkauf für den nächsten Kunden nachbestellt werden, es fallen teure Druckkosten für Booklets an.
All das fällt bei MP3-downloads weg. Ein Album + Coverbildchen muss nur 1x zur Verfügung gestellt werden, es wird ja immer nur eine Kopie gezogen.
Nicht mal die sicher etwas aufwändige Wartung von Software und Sicherung der Systeme reißt das raus, denn der Händler hatte früher ja auch ein teures Warenwirtschaftssystem, das gepflegt werden musste.
mit aller Vorsicht zwar, aber ich halte die Preise bei Apple und den anderen kommerziellen Downloadanbietern ziemlich überzogen-.
von Manfred am 03. November 2011 09:57 Uhr