- 30. November 2012
von Daniel Koch
Meldungen
Scott Walker lässt die Säbel wetzen: Making of und Review zu "Bish Bosch"
Scott Walker gewährt in einem Video Einblicke in seine Studioarbeit zum neuen Album "Bish Bosch", das soeben via 4AD erschienen ist. Tierhälften wurden diesmal nicht ins Studio gehängt, dafür aber Macheten gewetzt.
Foto:
4AD
So könnte das Albumartwork zu "Bish Bosch" aussehen.
Als die Website Pitchfork im Juni meldete, das auf einem Labelevent von 4AD ein neuer, noch namenloser Song von Scott Walker gespielt wurde, wunderte es nicht, dass Ohrenzeugen diesen mit den Worten "unsettling, daunting, thrilling" beschrieben. Das trifft ja auch sehr genau auf sein letztes Studialbum "The Drift" aus dem Jahr 2006 - über das Arne Willander sein unter unseren Stammlesern geradezu legendäres Reviewgedicht geschrieben hatte und es mit einem Krankenwagen benotet hatte.
Das Nachfolgealbum "Bish Bosch" ist nun via 4AD erschienen - und laut Rezensent Jens Balzer fünf Sterne wert. Sein Fazit: "'Bish Bosch' ist mithin ein überaus heiteres Album, weitaus heiterer als das lichtlose Vorgängerwerk 'The Drift' aus dem Jahr 2006: Es ist die Heiterkeit des Hofnarren, der keinen Witz, keinen Fluch und keine Wahrheit mehr zu fürchten braucht, weil die Sprache der Wahrheit, in der er singt, ohnehin keiner versteht, außer ihm. " Die Review kann man hier lesen.
Hier noch einmal das faszinierende Making of, das tolle Einblicke in die kruden Aufnahmepraktiken des Scott Walker gewährt: "


Kommentare (5)
Scott rules!
Er ist so überlegen, dass es schmerzt. Ich freue mich auf das Album.
von hartes Brot am 12. Oktober 2012 13:41 Uhr
Verständnisfrage
@hartes Brot
Wem oder was überlegen?
von Toni Decker am 13. Oktober 2012 19:42 Uhr
re: Verständnisfrage
Gemeint ist: Überlegenheit in der künstlerischen Fähigkeit und in der Freiheit sich auszudrücken. Ich kenne keinen heutigen Musiker der so weit geht wie Scott Walker.
von hartes Brot am 16. Oktober 2012 10:15 Uhr
Esoterik-Blasen
Überlegen also... Selten so einen Unsinn gelesen, nur weil einer über Säbel-wetz-Geräuschen und monotonen Nicht-Beats mit Operetten-Stimme ein paar Esoterik-Blasen aufsteigen lässt, ist er der größte Künstler unter der Sonne? Lachhaft. Würde über der Platte nicht Scott Walker stehen, würde sich das kein Schwein anhören. Ja, genau. Dieses alte "Argument" zieh ich aus der zerfledderten Jackentasche meines Vetrauens. Ich sach mal: Tilt!
von captain kidd am 02. November 2012 09:57 Uhr
re: Esoterik-Blasen
@captain kidd
Hmm... komisches Argument, und auch noch falsch: In New York wurde das neue Album jetzt vorgestellt. Warum NY? Dort gibt es neue Fans (junge Leute) dieser he he "monotonen Nicht-Beats". Erst seit "Tilt" kennt man dort Scott Walker. So what?
Na wie auch immer: die Freiheit der Kunst beinhaltet das Kopfschütteln der Traditionalisten. Das war wohl schon immer so.
Schiff ahoi!
von pequod am 17. November 2012 22:28 Uhr