Dan Mangan
Oh Fortune
Die Holzfällerlieder des Kanadiers sind manchmal zu pathetisch.
Ich habe extra noch nicht nachgeschaut, wie Dan Mangan eigentlich aussieht – wegen Bilderflut, Vorurteil, Schubladen und so weiter. Er klingt jedenfalls so: leicht bärtiger Typ mit Mähne, verhinderter Biker, verletzter Träumer. Bob Seger mit "Urban Outfitters"-Hemd.
Einerseits hat er diesen überaus altmodischen Bärenbrüll-Sound in der Stimme, den man heute sonst nur noch bei christlichen Grunge-Rockern findet. Andererseits spielt sein neues, drittes Album "Oh Fortune" in einer Art Zirkus-Boudoir-Szenerie, mit Geigen, Pauken, schiefen Trompeten und Kirchenschiffhall, also durchaus in der Zeit nach der Indierock-Aufklärung. Vielleicht trägt Dan Mangan also auch einen versoffenen Anzug mit roter Fliege. Oder ein Gutsknechtkostüm wie die Pausbäckchen von Arcade Fire.
Mangan ist 28, kommt aus Vancouver, klingt in der Tat auch ziemlich kanadisch, und seit 2003 hat er zwei Alben und EPs herausgebracht, die wohl nur vom engen...

