Nachruf

Donald Byrd – ein Purist war er nie

Donald Byrds klares, melodisches Spiel auf der Trompete verband gleich mehrere Black-Music-Generationen. Byrd starb am 4. Februar im Alter von 80 Jahren. Ein Nachruf von Maik Brüggemeyer


Foto:
Andrew Lepley/Redferns
Donald Byrd

Er spielte mit John Coltrane und Thelonious Monk, und seine Tracks wurden von Public Enemy und Nas gesampelt – Donald Byrds klares, melodisches Spiel auf der Trompete verband gleich mehrere Black-Music-Generationen, sein Einfluss ging weit über den Jazz hinaus, strahlte in Soul, R&B, Funk und HipHop.

Er wurde 1932 als Donaldson Toussaint L'Ouverture Byrd II in Detroit geboren. Ende 1955 stieg er bei Art Blakey’s Jazz Messengers ein und nahm so den Platz ein, den kurz zuvor noch sein Idol Clifford Brown besetzt hatte. Zu der Zeit entstanden auch erste Alben als Bandleader. Mit seinem Debüt für Blue Note, „Off The Races“ von 1958, begann eine lange Folge leichtgängiger, unter der glatten Oberfläche oft erstaunlich eklektischer Alben. Denn ein Purist war Byrd nie, er liebte die Vielfalt,  einer der Höhepunkte auf seinem vielleicht besten Album, der engen Zusammenarbeit mit dem Blue-Note-Arrangeur Duke Pearson „A New Perspective“ von 1963, etwa ist der Einsatz eines Gospelchors.

Vermutlich gelang Byrd aufgrund seiner Vielseitigkeit der Sprung in die Siebziger, zu Fusion, Soul und Funk, soviel besser als vielen anderen Jazzmusikern, die in den Fünfzigern begannen. Anfang der Siebziger nahm er mehrere Alben mit den Komponisten und Arrangeuren Fonce und Larry Mizell auf, die zu der Zeit auch mit den Jackson 5 und Marvin Gaye zusammenarbeiteten. Die erste Kooperation, „Black Byrd“ von 1973, wurde damals zum meistverkauften Album der Blue-Note-Geschichte.

Mit seinem Abschied von Blue Note 1978 verlor sich seine Spur zusehends, er machte einige Funk-Platten und kehrte in den Neunzigern zum Hard-Bop zurück. Am 4. Februar starb Donald Byrd in Teaneck, New Jersey im Alter von 80 Jahren.



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