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Highlight: 20 Jahre ROLLING STONE: 20 ewig legendäre Orte des Pop

20 Jahre ROLLING STONE: Blumfeld und der sanfte Größenwahn von ‚L’etat et Moi‘

Der deutsche ROLLING STONE feiert sein 20. Jubiläum. Wir werfen einen Blick zurück und in unsere erste Ausgabe, die im Oktober 1994 erschien. Arne Willander, ROLLING-STONE-Redakteur der ersten Stunde, traf Jochen Distelmeyer damals in Hamburg zum Gespräch. Dessen Band Blumfeld hatte gerade ihr Album „L’etat et Moi“ veröffentlicht, das eines der wichtigsten Platten der Neunziger werden sollte.

Malen nach Zahlen

Ein Sound ging um auf dem eitlen Branchen-Jahrmarkt „PopKomm“. Unter Hunderten galt ein Konzert als besonders wichtig: der Abend mit Bands des Londoner Avantgarde-Labels „Big Cat“. Neben Untergrund-Helden wie Pavement und Heather Nova spielte auch eine deutsche Gruppe: Blumfeld aus Hamburg, das Ensemble, dessen Album „Ich-Maschine“ vor zwei Jahren eine Art von Kultur-Revolution ausgelöst hatte und allen Hoffnung schenkte, die nie an die deutsche Sprache als Ausdrucksmittel der Rockmusik geglaubt hatten. Am Ende waren 12 000 Exemplare verkauft. „Ich-Maschine“: das „Nevermind“ der deutschen Gegenkultur.

Und nun ,“L’Etat Et Moi“, das schon im Titel sanften Größenwahn signalisiert. Wieder geht es um Identität und Kommunikation, das Ich und das Du und das Dazwischen, die Gesellschaft und das Private, Poesie und Politik. Jochen Distelmeyer – Sänger und Songschreiber des Trios – hat Nackenschmerzen, so anstrengend ist das Diskurs-Marathon mit Publikum und Journalisten, so strapaziös das Reisen im ICE, und trotzdem staunt er mit kindlichem Eifer über einen besonders schönen Schnellzug und war auch noch in Kohls Mausoleum der Deutschen Geschichte.

Im biederen „Hotel Hafen Hamburg“ trifft man sich heute; so will es der ein bißchen bittere Independent-Desperado und Blumfeld-Manager Alfred Hilsberg. Damals, nach „Ich-Maschine“, war es noch ein kleines Keller-Cafe, in dem Distelmeyer sich eloquent und wütend über Westernhagen, den „neuen deutschen Mann“, ausließ. Über den will er nun nichts mehr sagen. Und nervös sei er auch nicht. Sondern „einfach schnell“. Dass er „extrem unlocker“ sei, wie ein Reporter beobachtete, findet er „als Eindruck nicht haltbar oder so“. Distelmeyer, der Dampftheoretiker, Ad-hoc-Philosoph und Überwältigungskünstler, hat immer auch etwas Panisch-Putziges, den Blick und die Sprache eines Weltveränderers und Überzeugungstäters. „Das ist halt so“, sagt der extrem lockere Schlagzeuger Andre Rattay. Der dritte Blumfeld-Musiker, Eike Bohlken, schreibt gerade an seiner Magister-Arbeit in Philosophie.



Todesursache Freddie Mercury: Woran starb der Queen-Sänger?

Todesursache Freddie Mercury, bürgerlich Farrokh Bulsara, starb am 24. November 1991 mit 45 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Einige Jahre vorher infizierte er sich mit dem HIV-Virus und litt danach an AIDS. Der genaue Zeitpunkt seiner Infektion ist bis heute unbekannt. Jim Hutton, Mercurys letzter Lebensgefährte, gab an, dass Mercury ab April 1987 von seiner Krankheit wusste. Mercury bestritt derlei Gerüchte zu dieser Zeit. Die übrigen Bandmitglieder von Queen wurden laut Hutton 1989 über den Gesundheitszustand des Queen-Sängers unterrichtet, doch Brian May datierte dieses Ereignis in seiner Biographie auf Januar 1991. Um 1990 verdichteten sich die Gerüchte um die Erkrankung…
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