Serie der Woche: „Smillas Gespür für Schnee“

Der Krimi-Hit von einst wurde ins Kopenhagen des Jahres 2040 verlegt. Funktioniert das?

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Die Älteren wissen noch vom Hype, der mal um diesen Stoff gemacht wurde – um Peter Høegs Roman aus dem Jahr 1992 und um Bille Augusts Verfilmung aus dem Jahr 1997. Sie werden sich zwar daran erinnern, dass dieser Krimi damals noch den Titel „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ hieß, daran, dass diese Geschichte in der Zukunft spielt, aber eher nicht. Weil sie es damals nicht tat. Anders als die Serienfassung von Amma Asante und Clive Bradley, die eifrig an der Story geschraubt haben.

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Sie verlegen den Krimi ins Kopenhagen des Jahres 2040. Schnee hat wegen des Klimawandels Seltenheitswert. Die Energiekrise hat Strom zum Luxusgut gemacht. Die Stadtbewohner:innen sind verpflichtet, Bodycams zu tragen, werden überall von Drohnen überwacht. Alte Weiße Männer dürfen im Fernsehen immer noch selbstgerecht die Welt erklären, und Menschen, die hier erst in der zweiten oder dritten Generation leben, haben sich regelmäßig einem Loyalitätsscreening zu unterziehen: Die dystopische Welt, in der „Smillas Gespür für Schnee“ spielt, wirkt so, als ob da jemand ein paar „Black Mirror“-Folgen zu viel zusammengepackt hätte.

Mittendrin: die arbeitslose Wissenschaftlerin Smilla (Filippa Coster-Waldau) und der untergetauchte tunesischer Revolutionär Rahid (Elyas M’Barek), die anfangs nur gemeinsam haben, dass sie sich um den kleinen Isaiah kümmern, der bei ihnen im Haus wohnt. Als dieser eines Tages vom Dach des Wohnhauses stürzt, wird sein Tod der Ausgangspunkt eines verworrenen, mit viel esoterischer Mystik aufgeladenen Krimiplots, der in den Resten des ewigen Eises von Grönland endet. Dass Coster-Waldau (die Tochter des Jamie-Lennister-Darstellers aus „Game Of Thrones“) von ihrer Rolle über- und M’Barek als Sidekick, der immer nur das Offensichtliche aussprechen darf, unterfordert ist, macht dieses Remake auch nicht besser. (Magenta TV)