Florian Drücke: „Die Artist Celebration Night setzt Impulse“
BVMI-Vorstandsvorsitzender Florian Drücke blickt auf einen besonderen Branchenabend, betont Bedeutung der Musikindustrie und skizziert aktuelle Herausforderungen.
Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) hat am Mittwochabend in Berlin drei Künstler geehrt, die die Offiziellen Deutschen Charts 2025 maßgeblich bestimmt haben. Bei der Artist Celebration Night in der Station Berlin wurden Kontra K, Oimara und Zartmann vor rund 280 Gästen aus Musikindustrie, Politik, Medien und Kultur ausgezeichnet. Grundlage der Ehrungen sind die Offiziellen Deutschen Charts, die von GfK Entertainment im Auftrag des BVMI ermittelt werden.
Wir sprachen mit BVMI-Vorstandsvorsitzenden Florian Drücke über die Artist Celebration Night – und wie deren Zukunft aussehen wird.
Was war Dein persönlicher Höhepunkt gestern Abend?
Der Blick von der Bühne auf die versammelte Branche im Saal – nicht nur, weil alle so „dabei“ waren und alles wirklich wunderschön ausgeleuchtet war, sondern auch, weil nach langer Zeit Künstlerinnen und Künstler, Firmenkolleginnen, Kultur, Medien und Politik in dieser Konstellation aufeinandertrafen und einen besonderen Moment miteinander geteilt und sichtlich genossen haben. Ich habe von dort die Begegnung sehen können.
Warum ist es wichtig, die Branche und ihre erfolgreichsten Künstler:innen zu feiern?
Die deutsche Musikbranche ist als Teil der Kreativwirtschaft eine wichtige Branche, die neben dem künstlerischen eben auch einen hohen wirtschaftlichen Impact hat, der mehr Bühne für mehr Sichtbarkeit verdient. Gerade auch vor dem Hintergrund der enormen Transformation und den Challenges, die vor uns liegen. Mit der Würdigung von Charterfolgen in einem feierlichen Rahmen haben wir uns bei der Artist Celebration Night zum einen auf diese zwei Seiten der Medaille, also den kreativen und den wirtschaftlichen Aspekt, bezogen und binden damit gleichzeitig das klare Votum der Fans in Deutschland ein.
Ist die Artist Celebration Night der Probelauf für einen neuen Echo?
Nein, es ist weder ein noch der neue Echo, sondern ein Impuls, eine Keimzelle, aus der heraus etwas Neues, Eigenes entstehen kann, wenn es von der Branche getragen wird.
Wie geht es dem deutschen Musikmarkt aktuell und was sind die größten Herausforderungen?
Es ist insgesamt sehr viel in Bewegung im Markt, was auch die besonderen Herausforderungen spiegelt, vor denen wir als Branche stehen: die nächste Stufe des digitalen Wandels, Stichwort generative KI, was sehr viel Fokus abverlangt; aber auch die Streaming-Ökonomie, das Thema Manipulation, die Rolle des Urheberrechts… ganz generell bleibt es meines Erachtens eine große Übersetzungsaufgabe für die Branche, die verschiedenen Formen der Partnerschaften um die Künstlerinnen und Künstler herum noch besser zu erklären. Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir uns selbst bewusst sein müssen, wie schnell wir uns bewegen und wie schwer es Außenstehenden fällt, das nachzuvollziehen. Eine Vielzahl von Themen also, an denen wir direkt nach der Artist Celebration Night intensiv weiterarbeiten!