Rick James: Die 10 besten Songs

Rick James prägte Punk-Funk mit Exzess. Diese zehn Songs zeigen seine größten musikalischen Momente

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Während seiner fünf Jahrzehnte umspannenden Karriere als popkultureller Libertin, Sänger, Produzent und Multiinstrumentalist war James Ambrose Johnson Jr., auch bekannt als Ricky Matthews oder Rick James, Berichten zufolge ein Superfreak.

Als Dave Chappelle und Charlie Murphy „Slick James“ (Spitzname mit freundlicher Unterstützung von P-Funk-Chef George Clinton) später kongenial als albernen Typen mit fiesem Zug porträtierten, der koanartige Non-Sequiturs („I’m Rick James, bitch!“) und pointierte Lebensweisheiten („Cocaine is a hell of a drug!“) von sich gab, brauchte es kaum Übertreibung.

Trotz aller Kontroversen war James jedoch ein unbestreitbar herausragender Songwriter. Er schrieb Hits für andere, landete sechs Top-40-Alben und sieben Top-10-R&B-Singles als Solokünstler und schuf mit nur einem teuflischen Riff gleich zwei delirierend ikonische Songs. „Super Freak“ und MC Hammers „U Can’t Touch This“.

The Mynah Birds, „It’s My Time“ / „Go On and Cry“ (1966)

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Nachdem er sich unerlaubt von der Navy entfernt hatte und nach Toronto, Kanada, geflohen war, landete James schließlich in einer lokalen Rockband namens The Mynah Birds, zu der auch spätere Mitglieder von Buffalo Springfield und Steppenwolf gehörten. Nachdem die Gruppe einen Vertrag bei Motown unterschrieben hatte, stellte das Label fest, dass James (der unter dem Alias Matthews arbeitete) von Militärbehörden gesucht wurde, und löste den Vertrag auf.

James verbrachte ein Jahr im Gefängnis, wurde nach seiner Entlassung erneut verhaftet und schließlich abgeschoben. Irgendwann reiste er mit einer reformierten Version der Mynahs nach Detroit und nahm diese Single auf. Die A-Seite, mitgeschrieben vom ehemaligen Mynah-Birds-Mitglied Neil Young, ist ein mitreißendes Garage-Soul-Juwel, das die einzigartige Mischung aus Rauheit, Groove und Glanz der Band zeigt. Die B-Seite ist in mehrfacher Hinsicht eine Rarität im James-Kosmos: eine zarte Ballade, die tatsächlich aufrichtig wirkt.

Rick James, „My Mama“ / „Funkin’ Around“ (1974)

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In dem Jahrzehnt zwischen den Mynah Birds und seinem ersten Soloalbum zog James nach Kalifornien, arbeitete als Motown-Staff-Songwriter (unter anderem für die Spinners und die Marvelettes), soll zeitweise als Drogenkurier tätig gewesen sein, nahm ein Album mit der Gruppe Great White Cane auf und veröffentlichte diverse Singles. Dazu gehört auch diese spritzige A&M-Veröffentlichung.

Ein YouTube-Kommentar bringt es treffend auf den Punkt: „Es ist fast so, als ließe sich Lenny Kravitz’ gesamte Karriere auf diesen einen Track zurückführen.“ „My Mama“ beginnt als Bubblegum-Rocker mit elektrischem Cembalo und straffer Bläsersektion und kippt dann abrupt in einen dreckigen Betty-Davis-Funk-Hieb. Die instrumental gehaltene B-Seite ist ein freifließendes, schnörkelloses Workout – pure James-Energie.

Rick James, „You and I“ (1978)

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Endlich fand James bei Berry Gordys persönlichem Motown-Label Gordy Records eine neue Heimat und entfesselte mit dieser Single seine großmäulige Punk-Funk-Bewegung. Der Song protzt mit gewaltigem Synth-Bass, James’ vokaler Extravaganz und zweideutigen Botschaften an seine Ex-Frau. Vom Platin-Album „Come Get It!“ stammend und eingespielt von Musikern, die später seine Stone City Band bildeten, wurde der Song ein Nummer-eins-R&B-Hit und erreichte Platz 13 der Pop-Charts.

Rick James, „Mary Jane“ (1978)

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Die zweite Single aus „Come Get It!“ bündelt alles, was die späteren Prince-Vergleiche nährte. Streicherpunkte, schmierige Gitarrenläufe, punktgenau gesetzte Bassnoten, Flöten, Background-Gesänge, Space-Synths und James’ Rap-Gebrüll – der Song hätte problemlos 25 Minuten dauern können. In den folgenden Jahrzehnten lebte er in zahllosen Rap-Samples weiter, von EPMD über J. Lo und Ja Rule bis zu Kanye West.

Teena Marie feat. Rick James, „I’m a Sucker for Your Love“ (1979)
James verzichtete darauf, Diana Ross zu produzieren, um stattdessen mit der damals unbekannten Motown-Kollegin Tina Brockert zu arbeiten, die sich schließlich Teena Marie nannte. Das flirty Duett wurde ein Top-10-R&B-Hit. Da es zunächst keine Fotos von Marie gab, blieb ihre Hautfarbe unbekannt – bis sie mit James bei „Soul Train“ auftrat und zur ersten weißen Künstlerin der Show wurde.

Rick James, „Super Freak“ (1981)

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Nach kreativer Stagnation meldete sich James mit dem dreifach mit Platin ausgezeichneten Album „Street Songs“ zurück. „Super Freak“ wurde sein Manifest: New-Wave-Keyboards, pumpender Bass und schräge Vocals. MTV lehnte das Video ab, doch der Song schaffte es dennoch in die Top 20.

Rick James feat. Teena Marie, „Fire and Desire“ (1981)

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Nach einer leidenschaftlichen, komplizierten Beziehung trennten sich James und Marie – doch dieses siebenminütige Slow-Jam-Dokument band sie musikalisch für immer zusammen. Autobiografisch, pathetisch und widersprüchlich zugleich.

Mary Jane Girls, „All Night Long“ (1983)

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Der vielleicht konsistenteste und melodischste Rick-James-Song: geschmeidiger Bass, sanfte Synths und entspannte Produktion. Ein Highlight seiner Karriere.

Rick James, „Glow“ (1985)

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Ein unerwarteter Lichtblick in einer dunklen Phase: Platz fünf der R&B-Charts, getragen von sehnsüchtiger Stimmung und einem aufwendig inszenierten Video.

Rick James feat. Roxanne Shanté, „Loosey’s Rap“ (1988)

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Objektiv kurios, historisch dennoch bedeutsam als frühe Rap/R&B-Kollaboration. Der Remix von Marley Marl verlieh dem Track neue Energie – ein würdiger, wenn auch schräger Abschied vom Thron des Punk-Funk.