Dschungelcamp: Fast Mitleid mit Gil – und Nicole muss gehen

Gil Ofarim hat keine Lust mehr auf die "Shitshow" mit Ariel, bleibt aber weiterhin ruhig. Was wird das Wochenende bringen?

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Das große Ausziehen hat begonnen. Die Frage, wer als Erste:r gehen wird, beschäftigt an Tag 8 natürlich alle Dschungelcamp-Bewohner – und wer darf bleiben? Eva glaubt an Hubert, „weil du du bist“. Hardy nervt die „One Girl Show“ von Ariel. Und das größte Sorgenkind? Muss sich immer noch einiges anhören. „Irgendwann ist auch gut“, hofft Gil zwar – aber dann kommt Eva doch wieder auf das Thema zurück. Sie glaubt wohl nicht, dass wirklich „etwas vom Anwalt“ vorliegt und Gil nicht reden darf. Er bleibt stoisch und bei seinen vagen Andeutungen („Auch ich will eine Antwort vom deutschen Justizsystem“).

Umut tut indes  der Hintern weh, „das kommt vom zu starken Pressen“. Danke für die Information! Überhaupt erfährt man an diesem Abend einiges (zu viel). Stephen Dürr verdiente mit 22 Jahren dank „Unter uns“ 14.000 Mark im Monat – aber die Branche war „nicht nett“ zu ihm! Bu-hu! Gil, der sich mit zu viel früher Berühmtheit natürlich auskennt, bietet dem Leidensgenossen eine Umarmung an, „alles gut“. Eva lobpreist ihre Mutter und weint aus lauter Liebe unmotiviert in die Kamera des Videohäuschens, Hubert sagt „offen und ehrlich“, dass sie unter der Fassade der toughen Frau wohl noch ein kleines Mädchen ist. Wer nicht! Hardy findet, es gibt keinen Unterschied zwischen Trash- und Reality-TV, und wahrscheinlich hat er recht.

„Vielleicht mal aus der Vergangenheit lernen?“

Zwischendurch kommt der Extra-Futterkorb, er erfreut nicht alle: Das Wallaby will Samira nicht essen, „einfach nein“. Die anderen hauen rein, nur Hubert bemängelt die Knorpel. Wie undankbar! Dann pirscht Eva sich schon wieder an Bauer Patrick heran – zumindest sieht Samira das so, und Ariel mag dieses Geflirte auch nicht. „Vielleicht mal aus der Vergangenheit lernen?“, schlägt Samira vor – aber nur den Zuschauern, nicht Eva direkt. Dabei macht die Patrick doch nur Komplimente, weil er so ein guter Kumpel ist und bestimmt ein guter Partner. Das kann ja wohl keine Freundin falsch verstehen! Es ist die alte Crux im Camp: Man versteht sich zu gut oder gar nicht, und alle sind misstrauisch.

Dann geht es auf zu Dr. Bob. Ariel stellt etwas beleidigt fest, dass dies schon ihre neunte Dschungelprüfung ist. Sie tritt mit Gil an, „ich kann’s jetzt nicht ändern. Ich fokussiere mich auf mich“. Fokussieren ist im Dschungel wahnsinnig wichtig. Hardy und Umut versuchen ihr gut zuzureden, sie beschwert sich wieder mal über die Lästereien und über Gils Verhalten und will nichts „totschweigen“, Gil dreht sich genervt weg. „Du bist ein Lügner!“ sagt sie, beide starren sich an. Gil betont noch einmal, dass er nicht vorbestraft ist, und will „diese Shitshow“ beenden. Es geht hin und her, wir sind in einer Zeitschleife gefangen. Dann geht endlich die Prüfung los.

Gil errät fast alles, Ariel findet nichts

Beim Video-Bilderrätsel mit Schlangen, Kakerlaken und Tauben müssen sie zusammenarbeiten. Ariel kreischt vorsichtshalber schon mal, bevor es losgeht, das hat ja bereits Tradition. Aber „Akten X“ (sic) kennt sie immerhin. Für „Das Schweigen der Lämmer“ und „King Of Queens“ ist sie wohl zu jung, Gil reißt es heraus, und weder Spinnen noch Pythons schrecken ihn. Er errät fast jeden Film und jede Serie, aber Ariel findet die entsprechenden Kassetten einfach nicht. Keine einzige. Es ist der Moment, in dem man trotz allem plötzlich doch Mitleid mit Gil hat – und auch ein bisschen Respekt vor seiner Gelassenheit. Die fünf Sterne sind allein sein Verdienst. „Sei froh, dass du mit einer fetten Gage hier sitzt!“ ist Ariels Kommentar dazu. Kann man so sehen. Kann auch Missgunst sein.

Langeweile breitet sich aus, und Nicole muss gehen

So eklig die Prüfungen sind, so müde dümpelt der Rest vor sich hin. Die schwarzen Augen der Bewohner, die nachts am Feuer sitzen, erinnern immer an die Mänaden in „True Blood“ – übernatürliche Wesen, die Dionysos verehren und andere in Ekstase versetzen können. Das passiert hier allerdings nie, stattdessen wird viel hohles Zeug gelabert, oft auch noch wie in Zeitlupe. Gebt den Leuten die Zigaretten zurück, vielleicht macht sie das lebendiger! Es ist ja auch kaum auszuhalten, wie dröge sich Patrick und Hubert durch die Schatzsuche quälen – „einfach isch nix im Leben“, schon klar, aber so schwerfällig muss man nicht sein. Volle Gönnung, dass es zur Belohnung nur eine einzelne Zigarette gab – die Eva Samira schenkte, ein etwas billiger Versöhnungsversuch.

Und schließlich: Wer muss als Erstes gehen? Alle betonen, dass sie unbedingt bleiben wollen. Stephen bekommt das erste „Du bist es vielleicht“, Nicole das zweite. Beide lächeln etwas gezwungen. Dann ist Nicole Belstler-Böttcher raus, die Tochter mit der tiefen Stimme. „Zack die Bohne“, sagt Mirja.

Was wird das Wochenende bringen? Keine Chips, auch wenn das die größte Sehnsucht aller zu sein scheint. Und wenn Mirja und Simone nicht langsam ein bisschen aufdrehen, wird sie niemand vermissen.