Lil Nas X vor Gericht: Diversion im LAPD-Verfahren angestrebt – „Ich kann es kaum erwarten, wieder bei euch zu sein“

Lil Nas X erschien vor Gericht, während sein Anwaltsteam ein Diversion-Programm beantragte. Draußen wandte er sich kurz an seine Fans – und beschenkte einen Straßenmusiker.

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„Old Town Road“-Sänger Lil Nas X sucht einen Ausweg aus seinen jüngsten rechtlichen Schwierigkeiten. Der Grammy-Gewinner, bürgerlich Montero Hill, erschien am Donnerstag vor Gericht, während seine Anwältin die Richterin um eine kurze Verzögerung bat, um einen Antrag auf Überführung seines Verfahrens wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte in ein nicht näher bezeichnetes Diversion-Programm einreichen zu können. Sie erläuterte die Art des Programms nicht weiter, erklärte jedoch, sie warte auf ein „Expertengutachten“ zur Unterstützung des Antrags. Diversion-Programme führen in der Regel zur Einstellung der Anklagepunkte, wenn die Betroffenen eine Behandlung oder Rehabilitation abschließen.

Die Richterin des Los Angeles County ordnete an, den Fall am 6. April wieder aufzurufen. Vor dem Gerichtsgebäude in Van Nuys, Kalifornien, erklärte sich Hill bereit, kurz mit Reportern zu sprechen. Seine Anwältin Christy O’Connor erklärte, er könne angesichts des laufenden Verfahrens keine Fragen beantworten.

Hills Worte an die Fans

„Ich wollte nur meinen Fans sagen: Ich liebe euch wirklich, ich vermisse euch, und ich bin so dankbar für eure Unterstützung. Ich kann es kaum erwarten, wieder da zu sein und euch zu umarmen“, sagte Hill, bevor er eine Kusshand warf. „Habt einen schönen Tag, ihr alle.“

Auf dem Weg zurück blieb Hill stehen und bat um ein Lied, als er an einem Straßenmusiker vorbeikam, der draußen mit einer Gitarre eine Zigarette rauchte. Jensen Pawley, 39, packte sein Instrument aus und spielte Radioheads „Lucky“, während Hill mit dem Fuß den Takt tippte. Hill drückte ihm 100 Dollar in die Hand – Pawley war sprachlos.

„Das war ein großartiger Moment“, sagt Pawley dem ROLLING STONE. „Ein netter Typ.“

Die Vorwürfe gegen Hill

Hill wurde am 21. August 2025 festgenommen, nachdem er auf Video dabei gefilmt worden war, wie er in den frühen Morgenstunden nur in Unterwäsche auf einer belebten Straße lief. Die Staatsanwaltschaft behauptet, Hill, 26, sei gegen 5:40 Uhr „nackt“ den Ventura Boulevard in Studio City entlangspaziert, als die Polizei eintraf.

Den Vorwürfen zufolge soll Hill die eintreffenden Beamten, die ihn in Gewahrsam nehmen wollten, angegriffen und dabei drei von ihnen verletzt haben. Er wurde daraufhin wegen dreifacher Körperverletzung mit Verletzungsfolge an Polizeibeamten sowie wegen Widerstands gegen einen Vollzugsbeamten angeklagt. Hill hat auf nicht schuldig plädiert und könnte bei einer Verurteilung bis zu fünf Jahre im staatlichen Gefängnis verbüßen.

Nachdem er nach seiner Verhaftung das Wochenende im Gefängnis verbracht hatte, bezeichnete Hill den Vorfall in einem Social-Media-Post als „erschreckend“. „Eurer Mädchen wird es gut gehen, Leute“, sagte der Künstler in einem Instagram-Video. „Das war verdammt nochmal erschreckend. Das war erschreckend. Diese letzten vier Tage waren erschreckend. Aber eurem Mädchen wird es gut gehen.“

Behandlung und familiäre Unterstützung

Bei einer Anhörung Mitte September erklärten Hills Anwälte, er befinde sich in einer Einrichtung außerhalb des Bundesstaates „in Behandlung“. Richterin Shellie Samuels versiegelte die Details der erhaltenen Behandlung.

„Sie haben das Wort ‚Behandlung‘ gehört. Wir tun, was für Montero persönlich und beruflich das Beste ist – vor allem aber für sein Wohlbefinden“, sagte Hills Anwalt Drew Findling nach der Anhörung im September. „Er ist umgeben von einer großartigen Familie, einem großartigen Team von Menschen, die sich um ihn sorgen und ihn lieben. Und wir kümmern uns gerade um diese Dinge. So einfach ist das eigentlich. Er hatte ein tolles Leben, und das wird er weiterhin haben. Das hier ist ein Rückschlag, den er überwinden wird.“

Vor seiner Verhaftung hatte Hill unveröffentlichte Musik und Spiegelfotos auf Instagram geteilt, die unter Fans Besorgnis ausgelöst hatten. Die Polizei brachte ihn zunächst in ein nahegelegenes Krankenhaus wegen eines möglichen Überdosierungsverdachts, bevor er ins Gefängnis gebracht wurde.

Hills Vater Robert Stafford eilte nach Los Angeles, um den Rapper zu unterstützen, und erklärte später gegenüber der Londoner Zeitung „The Times“, Hill habe mit dem „Druck“ zu kämpfen gehabt, den er sich selbst als Künstler und als „Hauptverdiener“ für mehrere Menschen auferlegt hatte.

„Wir alle haben ab und zu einen Zusammenbruch, aber der Unterschied ist: Wenn man ein Promi ist, spielt sich das vor den Augen der Öffentlichkeit ab“, sagte Stafford. „Hoffentlich ist das ein Wendepunkt für seine mentale Stabilität.“