Taylor Swift ließ sich zu „Elizabeth Taylor“ von einer Autofahrt mit Travis Kelce inspirieren
„Ich erkläre Travis immer wieder, warum ich Elizabeth Taylor so sehr liebe“, verrät der Superstar in einem neuen Interview über ihren Songwriting-Prozess.
Taylor Swift findet wirklich überall Inspiration. In der Vergangenheit hat sie erzählt, wie die Liebesgeschichte ihrer Nachbarn und Filme ihr frühes Songwriting geprägt haben. Nun sprach der Superstar in einem neuen Interview mit dem „New York Times Magazine“ ausführlich darüber, wie sich ihr Songwriting-Prozess in zwei Jahrzehnten in der Musikbranche verändert hat.
„Es gibt so viele verschiedene Wege, auf denen ein Song bei mir entsteht“, sagte Swift. Als Beispiel für einen Song, der „wie aus dem Nichts kommt“, nannte sie die aktuelle Single „Elizabeth Taylor“ von ihrem jüngsten Album „The Life of a Showgirl“.
Auch wenn ihre Hommage an den Hollywood-Star nach einem jahrelang gereiften Track klingen mag: Swift verriet, wie eine Autofahrt mit ihrem Verlobten Travis Kelce sie dazu brachte, Stift und Papier zur Hand zu nehmen – oder vielmehr die Sprachmemo-App zu öffnen.
Autofahrt mit Travis Kelce
„Ich sitze im Auto mit Travis. Ich erkläre Travis immer wieder, warum ich Elizabeth Taylor so sehr liebe“, erinnerte sie sich. „Sie hat für Künstlerrechte gekämpft. Sie wurde auf so viele Arten ausgebeutet, und doch hat sie ihre Menschlichkeit bewahrt, ihren Humor, ihre Leidenschaft fürs Leben – und ich redete einfach immer weiter.“
Swift fuhr fort: „Ich erzähle ihm, dass ihre Augen violett waren. Manche sagten blau. Manche sagten violett. Ich glaube, sie waren violett. Und dann kommen wir an, wir sind zu Hause, er steigt aus dem Auto, und ich bin völlig in meinen Gedanken versunken. Und dann diese aufdringliche Melodie: ‚I cry my eyes violet, Elizabeth Taylor‘ – und ich fummel hektisch daran rum, die Aufnahme-App auf meinem Handy zu öffnen.“
Solche spontanen Erlebnisse, „wo es wie eine Wolke vor einem herabschwebt und man es nur noch greifen muss, und der Song sich von dort aus entfaltet“, seien gar nicht so selten, sagte Swift. „So passiert es meistens.“
Die Geschichte hinter „All Too Well“
An anderer Stelle im 30-minütigen Interview erzählte die renommierte Songwriterin die Entstehungsgeschichten einiger ihrer ambitioniertesten und persönlichsten Songs – darunter der Fan-Liebling „All Too Well (10 Minute Version)“.
Laut Swift entstand die ursprüngliche Fünf-Minuten-Version aus „einem sehr emotionalen Rant, den ich bei einem Soundcheck gemacht habe, als wir für die Speak-Now-Tour probten“. Zum Glück zeichnete ein Tontechniker diese Session auf – daraus wurde der „Red“-Track von 2012. Doch fast zehn Jahre später, als sie für ihre Neuaufnahme „Taylor’s Version“ des Albums die Vault-Tracks zusammenstellte, war diese Originalversion des kathartischen Rants verschwunden.
„Ich habe Tagebücher durchforstet und kleine Fragmente davon gefunden, das alte Material hatte ich nicht mehr, also habe ich Safes durchsucht und versucht, die CD zu finden“, sagte sie – und bestätigte damit, dass die Zehn-Minuten-Version nicht direkt aus jenem legendären Tourmoment stammt. „Ich musste Texte und so weiter wieder zusammenstückeln. Das war der aufwendigste Restaurierungsprozess, den ich je bei einem Song durchgemacht habe.“
Lob für Sombr
Swift nutzte das Interview auch, um einige ihrer Lieblingssongwriter hervorzuheben, darunter Sombr. „Ich bin ein riesiger Fan seines Songwritings, seine Texte sind so intensiv bekenntnishaft“, sagte sie und betonte, dass „es wirklich gut für die Sache der Frauen ist, wenn ein männlicher Künstler solche Dinge sagt“.
Zum Abschluss des Interviews reflektierte der Popstar darüber, wie Kritik an ihrer Kunst sie angetrieben hat. „Es war ein riesiger Ausgangspunkt, wie ein kreativer Schreibauftrag… So viele Songs in meiner Karriere würden nicht existieren. ‚Blank Space‘ würde nicht existieren“, sagte sie. Dann gab Swift neuen Songwriterinnen und Songwritern im Umgang mit harschem Online-Gegenwind noch etwas mit auf den Weg: „Antwortet nicht auf Trolle in euren Kommentaren. Das ist nicht das, was wir von euch wollen. Wir wollen eure Kunst.“