Zweite Haushälterin verklagt Kylie Jenner
Ein verzweifelter Hilferuf, den sie ihrer Arbeitgeberin zukommen ließ, wurde anscheinend ignoriert.
HiermitKylie Jenner sieht sich mit einer zweiten Klage einer Haushälterin konfrontiert. Sie behauptet, ihre Arbeit für das Kardashian-Familienmitglied habe zu „schwerwiegender und anhaltender Belästigung“ geführt.
In der jüngsten Klage, die ROLLING STONE vorliegt, schildert Juana Delgado Soto, dass sie 2019 bei dem „Keeping Up With the Kardashians“-Star zu arbeiten begann. Mahlzeiten- und Ruhepausen sowie Kranken- und Urlaubsgeld hat man ihr verweigert. Zudem habe man sie mit „unzumutbaren Forderungen“ konfrontiert. Damit greift sie Vorwürfe auf, die eine andere Haushälterin in einer ähnlichen Klage der Vorwoche erhoben hatte. Die Stelle sei „unerträglich“ geworden.
Sie behauptet, ein Vorgesetzter habe ihr Englisch verspottet, sie „dumm“ genannt. Als Vergeltung für ihre Beschwerden sei ihr Gehalt von 41,66 Dollar auf 35 Dollar pro Stunde gesenkt worden und man habe ihr ein „unzumutbares Arbeitspensum“ aufgebürdet. Außerdem sei sie gezwungen worden, ihre eigene Überraschungs-Geburtstagsparty zu verpassen. Sie habe sich zudem unter Druck gesetzt gefühlt, unmittelbar nach dem Tod ihres Bruders an den Arbeitsplatz zurückzukehren.
Der Brief auf dem Massagetisch
Delgado Soto behauptet weiter, dass ihr ursprünglicher Wunsch, an der Beerdigung ihres Bruders teilzunehmen, zunächst abgelehnt wurde. Man habe sie aufgefordert, einen Nachweis über seinen Tod zu erbringen. Wenige Wochen später soll sie kurz vor einem Massagetermin Jenners einen verzweifelten Brief auf dem Massagetisch hinterlassen haben.
„Ich muss zum Ausdruck bringen, wie sehr ich psychisch misshandelt werde“, heißt es in dem Schreiben laut der Klageschrift. „Hiermit entschuldige ich mich wirklich dafür, Sie über all diese Vorfälle in Kenntnis zu setzen. Ich weiß, dass Sie das nicht zulassen würden, wenn Sie davon wüssten.“
Ob Jenner den Brief jemals erhalten oder gelesen hat, ist unklar. Ihre langjährige Sprecherin reagierte nicht auf die Anfrage von ROLLING STONE. Laut der Klageschrift ist Delgado Soto am darauffolgenden Tag mit Kündigung bedroht und angewiesen worden, Jenner nie wieder zu kontaktieren.
Notaufnahme und Rückkehr zur Arbeit
Zwei Tage später suchte sie eine Notaufnahme auf, wo ein Arzt ihr eine Woche Ruhe verordnete. Ihren Antrag auf Krankenurlaub hat man abgelehnt. Und man erinnerte sie daran, dass sie eine Verschwiegenheitserklärung unterzeichnet hatte. Als sie zur Arbeit zurückkehrte, teilten ihr die Vorgesetzten angeblich mit, sie dürfe Jenner „nicht mehr ansehen“, sie anlächeln oder in einem Raum bleiben, wenn Jenner diesen betrete.
Die Klage behauptet außerdem, Delgado Soto sei verpflichtet worden, übrig gebliebene Lebensmittel im Müll zu fotografieren, um zu beweisen, dass sie diese nicht mit nach Hause nehme. Und sie sei „gezwungen worden, das Haus von Jenners Freund zu reinigen“. Er wurde namentlich nicht genannt. Jenner ist seit drei Jahren mit dem Schauspieler Timothée Chalamet liiert.
Laut der Klageschrift schrieb Delgado Soto ihrer Vorgesetzten am 6. August 2025 eine SMS, in der sie mitteilte, sie leide unter starker Angst, Schlafstörungen und habe sich vor lauter Stress alle Nägel abgebissen. „Anstatt angemessene Maßnahmen zu ergreifen“, so die Klage, habe die Vorgesetzte gefragt, ob das bedeute, dass sie nicht zurückkehren werde. Delgado Soto ist der Ansicht, zu diesem Zeitpunkt faktisch entlassen worden zu sein, und „leidet weiterhin unter schweren emotionalen Belastungen, Angst und seelischer Qual“.
Klage und weitere Vorwürfe
Die 31-seitige Klageschrift nennt Jenner, ihr Unternehmen Kylie Jenner Inc., Personalvorgesetzte Itzel Sibrian, Tri Star Services sowie La Maison Family Services als Beklagte. Sie erhebt Ansprüche wegen Vergeltungsmaßnahmen gegenüber Hinweisgebern, rassistischer Diskriminierung, Versäumnis bei der Berücksichtigung einer Behinderung sowie Nichtzahlung von Löhnen und Überstunden. Delgado Soto fordert Schadensersatz und Strafschadenersatz in einer beim Prozess festzulegenden Höhe.
„Niemand steht über dem Gesetz, und es gibt genügend Beweise, um die Ansprüche unserer Mandantin zu belegen.“ Das erklärt die Anwältin der Haushälterin, Della Shaker, in einer Stellungnahme gegenüber ROLLING STONE. Shaker vertritt auch Angelica Hernandez Vasquez, eine frühere Haushälterin, die am 17. April eine ähnliche Klage gegen Jenner, Tri Star und La Maison Family Services eingereicht hatte.
In ihrer gesonderten Klageschrift behauptet Hernandez Vasquez, ab September 2024 etwa ein Jahr lang für Jenner gearbeitet zu haben. Vorgesetzte in Jenners Haus in Hidden Hills sollen sie angeschrien und mit den Fingern geschnippt haben, um sie auf erniedrigende und entwürdigende Weise zu behandeln. Ihre Klage umfasst Vorwürfe wegen Vergeltung gegen Hinweisgeber, Nichtzahlung von Überstunden und Ruhepausen sowie ungerechtfertigter Kündigung.