ESC-Skandalsong „Choke Me“: Was ist Asphyxiophilie?

ESC-Song „Choke Me“ sorgt für Debatte um Asphyxiophilie und prominente Todesfälle wie Carradine und Hutchence

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„Why do you wanna tame me?“, singt Alexandra Căpitănescu in ihrem Song „Choke Me“, der für Rumänien in diesem Jahr ins Rennen beim Eurovision Song Contest geht. „It’s hard to breathe in / Do you feel me? / It’s hard to breathe in / Do you feel me?“

Im Vorfeld wird dieses Lied als „Skandalsong“ hochgejazzt, weil er Assoziationen zu sexuellen Praktiken weckt: (Auto-)Erotik durch Strangulation. Bekannt wurde diese Praktik durch zwei Todesfälle: Michael Hutchence und David Carradine. Bei beiden Fällen wird ein Zusammenhang mit autoerotischer Asphyxie vermutet, aber die Einordnung ist unterschiedlich sicher.

„Kill Bill“-Star David Carradine verstarb 2009 im Alter von 72-Jahren in einem Swissotel in Bangkok. Sein Tod wurde von den Ermittlern und Gerichtsmedizinern als Unfall im Zusammenhang mit autoerotischer Asphyxie eingestuft. Es gab keine Hinweise auf Fremdeinwirkung.

Michael Hutchence verstarb 1997 im Alter von 37 Jahren in Sydney. Offiziell wurde der Tod des INXS-Sängers als Suizid gewertet. Allerdings haben einige Angehörige und Kommentatoren später die Möglichkeit einer autoerotischen Asphyxie ins Spiel gebracht. Das bleibt umstritten und ist nicht die bestätigte offizielle Todesursache. Hutchence soll an Depressionen gelitten haben, verstärkt durch die Folgen eines Überfalls, bei dem er seinen Geruchs- und Geschmackssinn dauerhaft verloren hat.

Was ist Asphyxiophilie?

Asphyxiophilie bezeichnet eine sexuelle Präferenz, bei der Erregung durch eingeschränkte Sauerstoffzufuhr entsteht. Das kann durch verschiedene Praktiken geschehen, etwa durch Druck auf den Hals, Atemanhalten oder andere Formen der sogenannten Atemkontrolle.

Physiologisch hängt das oft damit zusammen, dass Sauerstoffmangel und steigender Kohlendioxidgehalt im Blut Stressreaktionen auslösen. Diese können mit einem Gefühl von Intensität, Rausch oder verstärkter Körperwahrnehmung einhergehen, was manche Menschen mit sexueller Erregung verknüpfen.

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Der Begriff wird häufig im Zusammenhang mit BDSM genannt, wo Vertrauen, Kommunikation und Einvernehmlichkeit zentrale Rollen spielen. Gleichzeitig gilt diese Praxis als besonders gefährlich, weil schon kurze Fehlsteuerungen zu Bewusstlosigkeit, bleibenden Hirnschäden oder tödlichen Folgen führen können.

Ob ESC-Sängerin Alexandra Căpitănescu von dem Buzz um ihren „Choke Me“-Song profitieren wird, bleibt abzuwarten. Die Buchmacher sehen Finnland (Linda Lampenius und Pete Parkkonen mit „Liekinheitin“ – auf Deutsch „Flammenwerfer“) und Dänemark (Søren Torpegaard Lund und „Før Vi Går Hjem“ – zu Deutsch „Bevor wir nach Hause gehen“) vorn.