Rod Stewart und Ron Wood spielen „Ooh La La“ für König Charles

Die ehemaligen Bandkollegen feierten eine Mini-Faces-Reunion in der Royal Albert Hall – kurz nachdem sie König Charles gegenüber über Donald Trump hergezogen waren.

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Rod Stewart und Ron Wood sorgten am 11. Mai für internationale Schlagzeilen, als sie auf einem offenen Mikrofon dabei erwischt wurden, wie sie gegenüber König Charles über Donald Trump herzogen – kurz nach dessen Besuch in Amerika. „Guten Tag, Sir, darf ich sagen: Respekt vor Ihrem Umgang mit den Amerikanern“, sagte Stewart zu König Charles in der Empfangslinie der Royal Albert Hall. „Sie waren großartig, absolut großartig. Sie haben diesem kleinen Schmierlappen seinen Platz gezeigt.“

Doch die ehemaligen Faces-Kollegen machten an diesem Tag auch musikalisch Furore: Sie standen gemeinsam auf der Bühne des King’s Trust Celebration Concert in der Royal Albert Hall und spielten „Ooh La La“ und „Good Rockin‘ Tonight“ mit der Hausband Jools Holland & His Rhythm and Blues Orchestra. Wood übernahm beim Gesang von „Ooh La La“ die Hauptlast – genau wie auf der Originalaufnahme der Faces von 1973. Stewart sang den Lead bei „Good Rockin‘ Tonight“, das er 2024 gemeinsam mit Holland auf dem Kollaborationsalbum „Swing Fever“ eingespielt hatte.

Der Prince’s Trust ist eine Organisation, die König Charles 1976 gründete. Sie unterstützt junge Menschen in England, die mit wirtschaftlicher Unsicherheit konfrontiert sind. Das erste Benefizkonzert des Prince’s Trust fand 1982 in der Royal Albert Hall statt und umfasste Auftritte von Kate Bush, Phil Collins, Pete Townshend, Madness und Robert Plant. Bei späteren Veranstaltungen spielten Mick Jagger, Elton John, George Michael, Sting, Eric Clapton, Tom Jones sowie Mike and the Mechanics. Die Mini-Reunion der Faces war in diesem Jahr das Highlight des Abends, der außerdem Auftritte von Rita Ora, Craig David und Anne-Marie sowie einen Gastauftritt von George und Amal Clooney bot.

Faces-Album kommt irgendwann

Rod Stewart und Ron Wood spielen schon seit Jahren mit dem Gedanken, gemeinsam mit Schlagzeuger Kenney Jones ein Faces-Reunionalbum aufzunehmen. In einem aktuellen Interview mit dem Telegraph erklärte Jones, sie hätten bereits 11 Songs aufgenommen. „Nicht alle werden es auf das Album schaffen“, sagte er. „Aber die meisten sind gut. Ich glaube nicht, dass es dieses Jahr erscheint. Aber nächstes Jahr kann ich mir das vorstellen. Alle machen gerade verschiedene Sachen. Wir nehmen hier und da ein bisschen auf. Und dann sind plötzlich die Stones wieder auf Tour, Rod ist wieder unterwegs…“

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Man sollte festhalten, dass ein Faces-Reunionalbum das klassische Rock-Äquivalent von Donald Trumps Gesundheitsplan ist. Seit fast einem Jahrzehnt steht es kurz davor, Realität zu werden. Wann immer die Bandmitglieder darüber sprechen, ist es angeblich etwa ein Jahr entfernt.

Jones hat recht, dass Rod Stewart einen vollen Terminkalender hat. Am 27. Mai nimmt er seine Residency im Caesars Palace wieder auf und spielt anschließend den ganzen Sommer über Amphitheater und Arenen quer durch Nordamerika, bevor er im August nach Las Vegas zurückkehrt. Mit dem Tourplan der Stones liegt er allerdings daneben. Die Band hat seit Juli 2024 keine Show mehr gespielt, hat trotz bereits reservierter Venues auf eine Europatournee 2025 und 2026 verzichtet und hat derzeit keine Pläne, ihr kommendes Album „Native Tongues“ live zu bewerben.

Keith Richards über Stones-Tour

„Oh, ich meine, wir können nächstes Jahr reden“, sagte Keith Richards gegenüber der AP, als er nach einer Stones-Tour gefragt wurde. „Möglicherweise, weißt du, im Moment sagen wir einfach: Wir haben die Platte fertig, lass uns das erst mal sacken lassen. Dieses Jahr jedenfalls nicht.“

In der Zwischenzeit hat Ron Wood für diesen Sommer eine Handvoll Soloauftritte in Europa gebucht. Aber er hat noch genug Luft im Kalender, um ins Studio zurückzukehren und dieses Faces-Album endlich fertigzustellen.

Andy Greene schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil